Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strahlungseffekt von Mineralstaub in der Atmosphäre untersucht

04.08.2006
Deutsche Forscher suchen nach Antworten auf Klimaerwärmung

Deutsche Wissenschaftler sind dem Staub und den Auswirkungen auf die Klimaveränderung auf der Spur. Die 40-köpfige Forschergruppe hatte sich für sechs Wochen am Rande der Sahara in Südmarokko aufgehalten, um die Zusammensetzung und die Verteilung von Sand- und Staubteilchen in der Luft zu untersuchen. Ziel der Forschungsarbeit ist die Frage, wie sich der Staub, der jährlich in die Atmosphäre gelangt, auf das Weltklima auswirkt.

"Bisher ist unbekannt, wie sich die eineinhalb Mrd. Tonnen von Staub und Sand auswirken, die jährlich von den Wüsten der Erde in die Atmosphäre gelangen - ob sie zum Temperaturanstieg auf unserem Planeten beitragen oder ihm entgegenwirken", so Lothar Schütz vom Institut für Physik der Atmosphäre an der Universität Mainz im pressetext-Interview. Ziel der Arbeit sei es gewesen, meteorologische Situationen mit wenig Staub und solche mit Staubstürmen messtechnisch zu erfassen. Das Forscherteam hatte Messcontainer im Atlas-Gebirge auf knapp 4.000 Meter Höhe aufgestellt, die dort aufgezeichneten Daten gesammelt und mit nach Deutschland gebracht. "Jetzt brauchen wir ein Jahr Zeit, um die Daten und vor allem die gesammelten Proben komplett auszuwerten", sagt Konrad Kandler von der TU Darmstadt. Dann hoffen die Experten etwas mehr über die Strahlungswirkung von Staub und Sand sagen und vielleicht auch etwas über ihren Einfluss auf unser Klima.

"Sahara-Staub wird bis zu 5.000 Meter hoch in die Atmosphäre getragen und zieht über den Atlantik bis in die Karibik oder auch in den Amazonas", erklärt der Physiker. Dabei erreichen diese Staubwolken gigantische Ausmaße bis zu einer halben Mio. Quadratkilometer. "Die Frage ist, welchen Einfluss dieser Transport von Staub auf die Strahlungsbilanz in der Atmosphäre hat, denn dieser Staub ist auch Träger und Deponiefläche von Gasen." Es könnte sein, dass in dieser Höhe Prozesse stattfinden, die dem Temperaturanstieg entgegenwirken. "Staubpartikel tragen zur Wolkenbildung bei und sie können Sonnenstrahlung in den Weltraum rückstreuen oder aber die Energie speichern, je nachdem, ob es sich um helle oder dunkle Partikel handelt." Insgesamt gelangen jährlich rund fünf Mrd. Tonnen Staubteilchen oder Aerosolpartikel in die Atmosphäre. "Der Großteil davon stammt aus natürlichen Quellen, ein Teil davon ist aber von Menschen verursacht. 60 Prozent der 1,5 Mrd. Tonnen Staub stammen aus dem Wüstenkomplex der Sahara", erklärt Schütz. "Während der anhaltenden Dürreperiode in der Sahelzone der letzten Jahrzehnte wurde die weltweite Staubproduktion möglicherweise um ein Drittel erhöht, ohne dass dies in den bisherigen Abschätzungen zur Klimaveränderung berücksichtigt wurde."

In weiterer Folge wollen die Wissenschaftler diesen Staubwolken mit Flugzeugen nachfliegen, um festzustellen, wohin sich diese Massen bewegen. Der Wissenschaftler ist mit der Datenerhebung aus der Expedition zufrieden. "Wir werden auch für die Computersimulationen der Kollegen die Angaben liefern können, die zur Verbesserung der Modelle gebraucht werden", so Schütz. Zudem erwartet sich der Forscher auch mehr Aufklärung über dieses Phänomen, das auch in Asien auftritt. "Wir wissen, dass diese Staubwolken auch in Zentralasien auftreten und im Pazifik abregnen. Die Wirkung dort ist ähnlich, allerdings ist die Dimension verschieden." Schütz und sein Team gehören zur Forschergruppe SAMUM.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de/FB/Physik/IPA/welcome.html
http://www.tropos.de/samum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Riesenfaultier war Vegetarier - Ernährung des fossilen Megatheriums entschlüsselt
18.04.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Drohneneinsatz in der Meeresforschung
13.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung