Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltneuheit: in Dresden werden neuartige Echt-3D-Karten hergestellt

14.07.2006
Neuartige 3D-Karten, die einen Raumeindruck vermitteln, indem sich Höhenrelationen und Hangneigungen intuitiv wahrnehmen lassen, präsentierte Professor Manfred Buchroithner von der TUD heute im Rahmen einer Pressekonferenz, die anlässlich der GICON - einer Fachtagung der Kartografen - an der Universität Wien stattfand.

Die Visualisierung von Geoinformation spielt eine immer größere Rolle. Bisherige Druckerzeugnisse beschränkten sich zumeist auf statische, zweidimensionale oder pseudodreidimensionale Darstellungen. Auch haben viele Kartennutzer Probleme, die Formen des Reliefs richtig zu erkennen. Ein kleiner deutscher Verlag - die mbmSystems GmbH - stattet Kartenprodukte nun mit einer zusätzlichen Dimension aus.

Die Umsetzung erfolgt mittels sogenannter Lentikularfolien, auf deren Oberseite sich tunnelförmige Mikrolinsen befinden. Dadurch ist es möglich, die auf die Rückseite der Plastikfolien gedruckte Karteninformation den jeweiligen Augen des Betrachters getrennt darzubieten, woraus sich schließlich der 3D-Eindruck ergibt. Damit beide Augen nicht das gleiche Bild sehen, werden insgesamt 12 verschiedene Perspektiven verwendet. Eine Software simuliert den virtuellen Überflug für die Aufnahme der vorher dreidimensional modellierten Landschaft.

Der größte Vorteil dieser Technik ist, dass zur stereoskopischen Wahrnehmung keinerlei Betrachtungshilfen notwendig sind. Die Karten vermitteln somit unmittelbar einen räumlichen Eindruck bei dem es möglich ist, Höhenrelationen und Hangneigungen spontan abzuleiten.

Der Einsatz digitaler Daten und Bearbeitungsschritte eröffnet ebenfalls die Möglichkeit zur Visualisierung der gesamten Bandbreite physischer und virtueller Objekte oder realer und imaginärer Prozesse und Zustände. Das Verfahren zur Herstellung der 3D-Karten wurde in den letzten zwei Jahren am Institut für Kartographie der TU Dresden entwickelt und mit zwei internationalen Patenten abgesichert. Es wird nunmehr durch die mbmSystems GmbH zur Serienreife geführt.

Für die Echt-3D-Karten im Format von 60 cm x 45 cm wird eine Lentikularfolie mit einer Linsendichte von 70 Linsen pro Inch verwendet. Um den Raumeindruck zu verstärken, erfolgt eine Reliefschummerung und das Gelände wird um einen Faktor überhöht. Flussverläufe und Ortschaften dienen der Orientierung im Kartenbild. Die Beschriftungen schweben über dem Relief.

Der Tourismus und die Schulausbildung sowie jene Bereiche, bei denen es hauptsächlich auf die Vermittlung des Reliefs und auf eine intuitive Erfassung des Geländes ankommt, sind Hauptanwendungsgebiete für derartige Karten, die derzeit im deutschen und österreichischen Buchhandel zum Preis von 29,95 € erhältlich sind.

Neben den beschriebenen Karten stellt die mbmSystems GmbH auch kartographische Mehrbild- oder Echt-3D-Produkte vom Postkartenformat bis zu Displays mit einer Größe von 2 m² her.

Kontakt: mbmSystems GmbH, Lingnerallee 3, 01069 Dresden, Tel. +49(0)351 487 2303, Fax +49(0)351 487 2305, E-Mail: info@mbmSystems.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/
http://www.mbmSystems.de

Weitere Berichte zu: 3D-Karte Echt-3D-Karten Höhenrelation Raumeindruck Relief

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert
27.03.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Der steile Aufstieg der Berner Alpen
24.03.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise