Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tropische Eisfelder werden immer kleiner

17.05.2006


Ostafrikanischer Zwerggletscher wird in 20 Jahren verschwunden sein



Eisfelder in den Tropen gehören zu jenen Regionen, die durch die globale Erwärmung am stärksten betroffen sind. Neben jenen in den Anden gibt es weltweit nur vier solche Gletscherregionen. Wissenschaftler des University College in London haben nun das Eisfeld in den Ruwenzori-Bergen an der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Uganda genauer untersucht. Wenn die Temperaturen weiterhin derart ansteigen, wird dieses Eisfeld in spätestens 20 Jahren verschwunden sein, berichten sie in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Geophysical Research Letters.



Ein britisch-ugandisches Forscherteam hat festgestellt, dass die Temperaturen während der vergangenen vier Dekaden dafür gesorgt haben, dass es zu einer radikalen Verringerung der Eismassen gekommen ist. Die gesamte Bergregion ist für ihre einzigartige und seltene Vegetation und für ihre Fauna bekannt. Die Abflüsse der Bergregion speisen den Albert-See, der wiederum Ursprung des Weißen Nil ist. Nach Datenanalysen des LandSat Satelliten hat sich die Gletscherfläche seit 1987 von zwei Quadratkilometern Fläche auf weniger als einen reduziert. Nach Ermittlungen der Forscher war es vor allem die Lufttemperatur, die zum Abschmilzen des Gletschers geführt haben.

"Wenn die Temperaturen pro Dekade um nur einen halben Grad Celsius steigen, ist der Gletscher in zwei Jahrezehnten verschwunden", wie Forschungsleiter Richard Taylor vom University College in London feststellt. Diese Temperaturanstiege seien viel größer als bisher angenommen. "Wir haben erwartet, dass diese Anstiege zwischen 0,1 und 0,2 Grad pro Jahrzehnt ausmachen", so der Forscher. Anhand der Niederschlagsmessungen, die immerhin seit mehr als 100 Jahren betrieben werden, konnten die Forscher bisher keine signifikanten Veränderungen bzw. eindeutige Trends feststellen. Allerdings gibt es in den Regionen über 1.800 Meter Seehöhe keine Messstationen. Das bedeute, dass die Temperatur- und Niederschlagsmengen in tieferen Regionen herangezogen wurden.

"Die tropischen Gletscherregionen sind sehr sensitive Indikatoren für das Klima dieser Zonen. Sie machen deutlich, dass sich das Klima auf der Erde verändert", so Taylor. Die lokale Biodiversität sei kurzfristig nicht bedroht, allerdings könnten die Habitate für seltene Pflanzen langfristig Schäden davon tragen. Die größten Konglomerate von tropischen Gletschern finden sich in den südamerikanischen Anden. Von den anderen vier tropischen Gletscherregionen, finden sich drei in Afrika: Der 0,4 Quadratkilometer große Mount Kenya, das drei Quadratkilometer große Eisgebiet am Kilimandscharo und der knapp ein Quadratkilometer große Gletscher am Ruwenzori. Die vierte Region ist ein etwa zwei Quadratkilometer großer Gletscher in Irian Jaya, dem westlichen Teil der Insel Neuguinea. Auch hier stellten Forscher fest, dass dieser in den vergangenen Jahren deutlich an Größe verloren hat.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk
http://www.agu.org/journals/gl

Weitere Berichte zu: Anden Eisfeld Gletscher Gletscherregionen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie