Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Radaraugen sehen lernen

27.01.2006


Der kleine Ausschnitt verdeutlicht, wie das Radar durch Wolken sehen würde - hier auf das Zentrum von Karlsruhe. © Space Imaging / www.mfb-geo.com


Sie helfen, Ölteppiche in der Nordsee zu orten und enttarnen geheime Anlagen in der Wüste: Radarbilder verraten dem, der sie zu lesen weiß, sehr viel. In die Geheimnisse ihrer Auswertung weiht ein Trainingsprogramm ein, das auf der Messe LEARNTEC vorgestellt wird.

... mehr zu:
»LEARNTEC »Radar »Radarbild »SAR

Auf den ersten Blick wirken die Luftaufnahmen des flugzeug- oder satellitengestützen Synthetischen Apertur Radars (SAR) wie Fotografien. Erst bei genauerem Hinsehen offenbaren sich irritierende Details: Der Schattenwurf orientiert sich nicht am Stand der Sonne, Bergflanken sind perspektivisch "falsch", verkürzt oder ganz verschwunden, und fahrende Autos befinden sich nicht auf der Straße, sondern daneben. "Um SAR-Bilder richtig zu interpretieren, braucht man einige Erfahrung und muss die physikalischen Grundlagen ihrer Entstehung genau kennen", weiß Wolfgang Roller vom Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe. Mit seinem Team entwickelt er den "SAR-Tutor", eine Trainingssoftware für die Ausbildung von militärischen und zivilen Auswertern von Radarbildern.

Radargeräte senden elektromagnetische Wellen im Giga-Hertz-Bereich aus und fangen Echos von Objekten wieder ein. Aus der Laufzeit der lichtschnellen Wellen berechnet ein Computer, wie weit die verschiedenen Objekte entfernt sind. Durch die Analyse der Echofrequenzen unterscheidet das SAR zusätzlich Messpunkte, die den gleichen Abstand zum Radar aufweisen, und fügt schließlich alles zu einem Gesamtbild zusammen. Der wesentliche Vorteil gegenüber Fotos: Radarstrahlen durchdringen Wolken, leichten Regen oder Schnee und liefern auch bei Nacht und Nebel klare Bilder. Militärs setzen SAR-Aufnahmen zur Aufklärung ein, zivile Nutzer vorwiegend zur Kartierung. Besteht Bedarf an hochaufgelösten Satellitenbildern, sind deutsche Stellen bislang vor allem auf Daten aus den USA angewiesen. Doch der erste zivile deutsche SAR-Satellit soll bereits dieses Jahr in die Umlaufbahn geschossen werden und die Bundeswehr will bis 2008 ein eigenes satellitengestütztes Aufklärungssystem aufbauen.


Die Schulung von Bildauswertern bei der Bundeswehr soll daher schon im kommenden Herbst erweitert werden. Dabei wird der SAR-Tutor lehrgangsbegleitend und zur Vor- und Nachbereitung von Präsenzlehrgängen eingesetzt. Das Programm vermittelt physikalische und technische Grundlagen des SAR und erklärt anhand vieler Fotos und Radarbilder perspektivische Besonderheiten oder die durch den Doppler-Effekt verursachte Verschiebung sich bewegender Objekte. Anwender können verschiedene Einstellungen ausprobieren und das Ergebnis am Bildschirm beobachten. Eine Demoversion stellen die Forscher vom 14. bis 16. Februar auf der Messe LEARNTEC vor (Kongresszentrum Karlsruhe, Gartenhalle, Stand 306). Eine web- (WBT) und eine computerbasierte (CBT) Variante des Trainingsprogramms soll bis Herbst fertig sein.

Ansprechpartner:
Dipl.-Phys. Wolfgang Roller
Telefon: 07 21 / 60 91-2 47, Fax: -4 13
wolfgang.roller@iitb.fraunhofer.de

Dipl.-Inform. Daniel Szentes
Telefon: 07 21 / 60 91-2 42
daniel.szentes@iitb.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.iitb.fraunhofer.de/servlet/is/2024
http://www.wissen.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: LEARNTEC Radar Radarbild SAR

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Wetteranomalien verstärken Meereisschwund
16.01.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Material löst sich dynamisch statt kontinuierlich
16.01.2018 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie