Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltbank definiert "Katastrophen-Hotspots"

31.03.2005


Identifizierung von gefährdeten Regionen soll Vorbereitungen erleichtern



Wissenschaftler der Columbia University haben im Auftrag der Weltbank eine Liste von besonders gefährdeten Regionen der Erde erstellt. Um Katastrophen wie dem erneuten Erdbeben in Indonesien besser entgegentreten zu können, werden vom Brüsseler Centre of Research on the Epidemiology of Disasters (CRED) Datenbanken über Katastrophen nach Ländern geordnet in die Liste eingearbeitet, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.



"Datenbanken allein können aber zukünftige Katastrophen wohl kaum vorhersagen", so Studienautor Maxx Dilley von der Columbia University. "Notwendig sind neben den reinen Daten aus der Vergangenheit auch noch Informationen über die Bevölkerungsdichte und über die Frage, wie wohlhabend die Menschen in einer Region sind. Damit können die Folge einer Katastrophe besser eingeschätzt werden", erklärt der Experte. Dilley hat zu diesem Zweck die Erde in Parzellen von jeweils 25 Quadratkilometer eingeteilt und dann die Risiken von sechs verschiedenen Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen, Erdrutschen oder Erdbeben errechnet.

Demnach zählen Burundi, Bangladesch, Nepal, Haiti und Taiwan zu den am stärksten bedrohten Ländern. In diesen Staaten sind 90 Prozent der Bevölkerung hoch gefährdet bei mindestens zwei verschiedenen Naturkatastrophen ums Leben zu kommen. Zwar waren den meisten Wissenschaftlern die "Katastrophen-Hotspots" bekannt, eine derart genaue und detaillierte Definition gab es bisher jedoch nicht, wie auch Maryvonne Plessis-Fraissard, Direktorin für Transport und städtische Entwicklung, bei der Weltbank meinte.

Viele der Katastrophen sind zwar nicht verhinderbar, aber Zerstörungen und die Opferzahlen können gering gehalten werden, wenn etwa in erdbebengefährdeten Regionen sicherer gebaut wird. Problematisch ist allerdings, dass viele der bedrohten Regionen finanziell schwach sind. Entwicklungsländer werden von solchen Naturereignissen besonders schwer getroffen. Nach Angaben der Wissenschaftler soll die Weltbank gerade darauf reagieren und Vorsorge treffen. So wurden etwa in der Türkei Hauseigentümer dazu aufgefordert Versicherungen bei privaten Unternehmen abzuschließen, um die Staatskasse im Falle einer Katastrophe nicht zu belasten.

"Wir müssen endlich aufhören, Dinge noch zu verkomplizieren", meint CRED-Direktor Debarati Guha-Sapir auf die Frage nach der Anwendung neuer Technologien. "Wenn man Probleme nach Katastrophen reduzieren will, muss man Menschen ganz einfach bessere Wohnmöglichkeiten, eine bessere Erziehung und bessere Gesundheitsservices geben."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.earth.columbia.edu
http://www.cred.be
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Erdbeben Naturkatastrophe Weltbank

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Warum der Meeresboden in Bewegung gerät
13.02.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Erste Messung der Erdgravitation mit einer transportablen optischen Uhr
12.02.2018 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics