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Untersuchung von Verwerfungsstrukturen in Griechenland

01.02.2005


Die Beobachtung aktiver Verwerfungsgebiete in Europa ist ein notwendiger Schritt, um zu einem umfassenden Verständnis der Verwerfungsgeologie zu gelangen. Der Golf von Korinth in Griechenland bietet Wissenschaftlern die einmalige Gelegenheit, natürliche Verwerfungsstrukturen zu untersuchen, insbesondere die Flüssigkeitsübertragung in und um Verwerfungszonen.



Natürliche Verwerfungsstrukturen sind von besonderer Bedeutung, nicht nur für Seismologen, sondern auch für die Kohlenwasserstoffindustrie. Schließlich fungieren diese Strukturen als strukturelle Behältnisse für Erdöl und gas. Das EU-Projekt 3F-CORINTH konzentrierte sich auf die Analyse der natürlichen Verwerfung in Korinth. Ziel war die Erstellung des Corinth Rift Laboratory (CRL) und die Bereitstellung von Daten zur Belastung, Spannung und dem Flüssigkeitsverlauf im Laufe der Zeit. Im Rahmen des Projektes führte die Universität von Patras eine Reihe von Untersuchungen an beiden Seiten des Golfs von Korinth durch, um geeignete Stellen für ein seismisches Netz zu bestimmen. Die Forscher legten mehrere Auswahlkriterien zugrunde, u.a. die Entfernung von zivilisierten Gebieten, einen geringen Geräuschpegel und eine gute Zugänglichkeit.



Insgesamt wurden 38 Stellen ausgewählt. An allen Standorten wurden Seismographen installiert. Vier Monate lang wurden Daten aufgezeichnet. Den Forschern ist es gelungen, das gesamte Netz erfolgreich aufzubauen und verwertbare Daten für einen beträchtlichen Zeitraum zu gewinnen. Dieser Prozess gilt als besonders wichtig, da die Zugrundelegung spezieller Kriterien und die Auswahl geeigneter Standorte entscheidend ist für die Analyse der Daten. Ähnliche Kriterien können für die Entwicklung seismischer Netzwerke in ganz Europa eingesetzt werden, eventuell sogar in der ganzen Welt.

Die gewonnenen Daten bildeten die Basis für die weitere Analyse der Korinthischen Verwerfung und für die Entwicklung geeigneter Modelle zur Illustration des Verwerfungsverhaltens. Die beschriebenen Methoden können bei der Untersuchung von Verwerfungen in anderen Regionen zum Einsatz kommen und haben ebenfalls Potential für die Kohlenwasserstoffindustrie.

Prof. Akis Tselentis | ctm
Weitere Informationen:
http://seismo.geology.upatras.gr

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