Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimatologen bohren Nordpol-Boden an

07.06.2004


200 internationale Forscher suchen im Arktisboden nach Lösungen des Klimarätsels



Das erste Mal in der Geschichte der Geologie wollen Forscher in den Arktisboden bohren, um Hinweise auf Klimadaten in der Erdgeschichte zu finden. Anfang August werden die 200 Wissenschaftler mit einem russischen Eisbrecher und einem Forschungsschiff den gefährlichen Weg zum Nordpol einschlagen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Bisher ist es noch nie gelungen den Meeresgrund der Arktis anzubohren.

... mehr zu:
»Eisbrecher »Klimatologe »Nordpol


Rund 250 Kilometer vom Nordpol entfernt wird der ehemalige russische Eisbrecher Sovetskij Sojuz den Weg durch das ewige Eis für den Konvoi der Forschungsschiffe schaffen. Das Bohrschiff Vidar Viking wird dann die Gesteinsproben aus dem Ozeanboden holen. Insgesamt wollen die Wissenschaftler 1.500 Metern in den Meeresboden bohren. Das gesamte Unterfangen wird sehr gefährlich und schwierig, da die Wetterlage unberechenbar ist, und die Bewegungen vom Bohrkern nur maximal 50 Meter betragen dürfen, damit das Bohrgestänge nicht beschädigt wird.

Das gesamte Projekt wird aus der Luft mit Hilfe von Helikoptern überwacht, die auch die Bewegungen der Eisschollen mitverfolgen. Bei schlechter Sicht wird ein Signalfeuer auf den Schollen errichtet, das über Satelliten gesteuert wird. So kann die Sicherheit des Teams und der Ausrüstung gewährleistet werden. Das Ziel der Forscher ist das 1.500 Kilometer lange unterseeische Lomonosov-Gebirge, das sich vom Grund des Meeres bis 3.000 Meter erhebt. "Wir haben exakt 35 Tage Zeit um die Arbeit dort durchzuführen und dann wieder zurückzufahren", so Alister Skinner, Forscher der British Geological Survey in Edinburgh. Ein paar Tage danach wird dort oben wieder der Winter hereinbrechen und das gesamte Team könnte dann eingeschlossen werden.

Am Grunde des Meeres suchen die Wissenschaftler nach dem fehlenden Glied in der Geschichte der Klimaaufzeichnungen der Erde. Denn anhand der Gesteinsmaterialien lassen sich Rückschlüsse auf Temperatur und atmosphärische Bedingungen ziehen. Eine Analyse der Sedimente wird jene fehlenden Daten liefern, die Forscher von anderen Teilen der Erde bereits haben. Die Daten der Arktis haben aber darüber hinaus noch mehr Bedeutung für die Forscher, da diese Region klimabestimmend für die nördliche Hemisphäre ist. Das arktische Eis reflektiert einen Teil der Sonnenstrahlung zurück, das bedeutet, dass es wesentlich für die Kühlung des Planeten ist. "Es ist sehr schwierig das Modell einer Klimaänderung zu erklären, wenn Daten der schwimmenden Eisdecke fehlen", so Forschungsleiter Jan Beckman von der Stockholm University. Das zehn-Mio.-Dollar-Projekt wird von 15 europäischen Staaten mitfinanziert.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria

Weitere Berichte zu: Eisbrecher Klimatologe Nordpol

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Meeresforschung in Echtzeit verfolgen
22.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie