Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

5 Jahre Geothermie-Heizwerk Neustadt-Glewe. Wärme aus den Tiefen der Erde

21.09.2000


6.000 Tonnen weniger CO2-Emissionen durch Geothermienutzung

Seit fünf Jahren erfolgt durch die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH in der mecklenburgischen Kleinstadt Neustadt-Glewe die Fernwärmeversorgung von Wohn- und Gewerbeeinrichtungen auch aus unterirdischen Wärmequellen. 

Dabei wird das Prinzip der hydrothermalen Geothermienutzung angewendet. Grundlage dafür ist eine vorhandene wasserführende Gesteinsschicht in etwa 2.450 Meter Tiefe, die angebohrt wurde. In der Bohrung steigt das 100 Grad Celsius heiße Thermalwasser bis rund 90 Meter an die Erdoberfläche heran. Eine Unterwassermotorpumpe fördert das Thermalwasser nach obertage, drückt es durch die im Heizwerk befindlichen Wärmetauscher bis zu einer zweiten Bohrung, in welcher das auf etwa 50 Grad Celsius abgekühlte Thermalwasser der Gesteinsschicht zurückgegeben wird. Die drehzahlvariable Unterwassermotorpumpe fördert nur soviel Thermalwasser, wie für den Wärmebedarf der Kunden benötigt wird.

Die heutige Festveranstaltung zum 5-jährigen erfolgreichen Betriebsjubiläum steht unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Die Festrede hält Umweltstaatssekretärin Simone Probst.

Auch auf internationaler Ebene hat dieses Prinzip der Energienutzung für Aufsehen gesorgt. Bei der Vorstellung der Anlage auf dem 3. Weltkongress für Geothermie in Japan stieß insbesondere das Know-how für die Injektion des abgekühlten Wassers zurück in die tiefen Gesteinsschichten auf großes Interesse. Bedarf haben unter anderem Ungarn, Österreich, die Schweiz, Rumänien und Bulgarien angemeldet. In diesen Ländern erfolgt zur Zeit noch die Ableitung des "kalten" Wassers in Seen und Flüsse.

Die Geothermieanlage in Neustadt-Glewe verfügt mit 100 Grad Celsius über den wärmsten Tiefenwasserspeicher in Deutschland. Deshalb kann auch auf den Einsatz von Wärmepumpen verzichtet werden. Rund 90 bis 95 Prozent der benötigten Fernwärme wird aus geothermischer Energie gewonnen. Der Rest kommt aus einer gasgefeuerten Kesselanlage, die als Spitzenlast- und Redundanzanlage zur Sicherung der Wärmeversorgung im Falle von Belastungsspitzen, in extremen Winterzeiten und bei Ausfällen des Thermalwasserkreislaufes eingesetzt wird. Die Anlage ist für 21.000 MWh pro Jahr konzipiert. 1999 wurden 15.200 MWh Wärme erzeugt, davon 14.800 MWh aus Geothermie.

Mit der Geothermieanlage in Neustadt-Glewe wurde eine umweltfreundliche und nahezu kohlendioxidfrei arbeitende Fernwärmeversorgung aufgebaut. Verglichen mit dem Einsatz von Gas- oder Heizöl können hier jährlich
6.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.

Zum Bau und Betrieb der Fernwärmeversorgung auf Basis von geothermischer Energie wurde 1992 die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH gegründet. Die Betriebsführung obliegt der WEMAG AG Schwerin. Derzeit beziehen 1.300 Haushalte und 20 Gewerbekunden ihre Fernwärme aus dieser Anlage.

Näheres zum Geothermie-Heizwerk Neustadt-Glewe erhalten Sie bei: Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH, Obotritenring 40, 19053 Schwerin, Tel.: 0385-755-2267 o. 0170-921-2267. Fax: 0385-755-2822, E-Mail: heiner.menzel@wemag.com.                          
Ihr Ansprechpartner ist Dr. Heiner Menzel

Weitere Informationen zur Geothermie finden Sie, ständig aktualisiert auf unserer Homepage www.geothermie.de .

Werner Bussmann | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Riesenfaultier war Vegetarier - Ernährung des fossilen Megatheriums entschlüsselt
18.04.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Drohneneinsatz in der Meeresforschung
13.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten