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Neues Blitzmesssystem an der Universität Hannover

22.07.2003


Das Institut für Meteorologie und Klimatologie der Universität Hannover hat ein Blitzortungssystem vom Typ SAFIR installiert und seit Anfang des Jahres im operationellen Betrieb. Das System registriert Blitzentladungen im Gebiet von Nordwestdeutschland und wird in einem nächsten Schritt an die vergleichbaren Systeme in den Niederlanden und Belgien angeschlossen, um so das Gebiet zu vergrößern, in dem die Blitze erfasst werden können. Da die Gewitterzüge häufig aus westlichen Richtungen kommen, sind sie somit früher erkennbar.



Die Ergebnisse der Untersuchungen finden Anwendung in allen Bereichen, in denen eine Empfindlichkeit gegenüber Gewittern besteht, so zum Beispiel im Luftverkehr. Ziel ist es, durch die Entwicklung von Algorithmen, die auf den neuen Daten basieren und weitere Daten des Wetterdienstes einbeziehen, die Genauigkeit der Gewitterwarnung erheblich zu verbessern.



Die neu gewonnenen Daten sind von Interesse für die meteorologische Forschung, da sie neue Untersuchungen zum Verlauf der Entstehung, Verstärkung und Auflösung von Gewittern ermöglichen. Die Blitzaktivität kann ein Indikator für andere Unwettererscheinungen in Gewittern wie Sturmböen, Hagel, Starkniederschlag sein. Auch die Intensivierung von bestehenden Gewittern wird durch eine verstärkte elektrische Aktivität angekündigt.

Die Besonderheit dieses Systems gegenüber bereits bestehenden deutschlandweit operierenden Blitzortungssystemen besteht darin, dass nicht nur Blitze von der Wolke zum Boden registriert werden, sondern auch die bis zu zehn Mal häufigeren Entladungen innerhalb der Wolke. Des Weiteren wird für jede Entladung der gesamte Entladungskanal aufgezeichnet, der sich über mehrere Kilometer erstrecken kann.

Das neue System ermöglicht eine verbesserte Prognose der Entwicklung von Gewittern, da zum einen nunmehr die gesamte elektrische Aktivität in der Wolke erfasst wird. Zum anderen kann ein Zeitgewinn erreicht werden, da die wolkeninternen Entladungen stets vor den ersten Bodenblitzen auftreten.

Die aktuelle vom Messnetz registrierte Blitzaktivität ist im Internet abrufbar .

Das Messnetz besteht aus drei im Abstand von 180 Kilometern positionierten Antennen, die die von den elektrischen Entladungen in Gewittern ausgehende impulsförmige Strahlung aufzeichnen. Da jede Antenne den Einfallswinkel der Signale registriert, kann durch eine Peilung der Ursprungsort der Entladung mit einer Genauigkeit von einigen 100 Metern bestimmt werden. Die aufgezeichneten Daten werden im Institut für Meteorologie und Klimatologie ausgewertet.

Am Freitag, 25. Juli 2003 lädt das Institut für Meteorologie und Klimatologie des Fachbereichs Physik der Universität Hannover zur Einweihung eines neuen Systems zur Messung von Blitzen ein. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr im Institut für Meteorologie und Klimatologie in der Herrenhäuser Straße 2 in 30419 Hannover. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.muk.uni-hannover.de

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