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Vermessen? Mobile Geodaten bald vernetzt und mit "Durchblick"

16.07.2003


Forschungsprojekt "Weiterentwicklung von Geodiensten" will mobiles Informationssystem schaffen - Anwendungsgebiete: Raumplanung, Umweltschutz und Katastrophenvorsorge und andere Gebiete der Geowissenschaften



Geoinformationen bilden eine wichtige Ressource: Achtzig Prozent aller privaten und öffentlichen Entscheidungen haben einen Raumbezug - vom Bebauungsplan bis zur Umweltanalyse. Die Erfassung und Pflege der Daten vor Ort ist jedoch immer noch mühsam und wenig effizient. Wer heute ins Gelände geht, gibt die erfassten Daten zwar in einen tragbaren Computer ein, ist aber nicht mit dem Informationssystem im Büro vernetzt. Deshalb kann der Geowissenschaftler vor Ort nicht "online" auf aktuelle Informationen zugreifen, die er zur Abgleichung der neu gewonnenen Daten braucht - zum Beispiel auf ein Satellitenbild, um geologische Strukturen besser zu erkennen. Und das System wird erst dann aktualisiert, wenn er seine Daten später einspeist.



Um das zu ändern, arbeiten Wissenschaftler aus Heidelberg, Karlsruhe, München und Vechta an der "Weiterentwicklung von Geodiensten". Das gleichnamige Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und läuft bis 2005. Ziel des Projekts ist ein Informationssystem, mit dem Geodaten mobil und "online" nicht nur empfangen, sondern auch eingegeben werden können. Der angestrebte Prototyp soll künftig Ingenieuren und Wissenschaftlern vor Ort helfen, Geodaten bei der Raumplanung, beim Umweltschutz oder bei der Vorsorge vor Katastrophen wie Erdbeben oder Hochwasser effizienter zu nutzen.

"Die Geodienste sollen in internetbasierten Netzwerken sowohl von "stationären" als auch von mobilen Anwendern genutzt werden", so Prof. Martin Breunig (Hochschule Vechta), Konsortialleiter des Projekts. Die Forscher haben außerdem die Visualisierung und Verwaltung mehrdimensionaler Geodaten im Visier. Hier soll ein sogenanntes Augmented Reality-System (AR) mit Geodatenbank für mehr "Durchblick" sorgen: Das reale Umfeld wird durch geologische oder Planungsdaten überlagert, zum Beispiel durch ein digitales Geländemodell: Es liefert zusätzliche Informationen zu Beschaffenheit und Struktur des Geländes. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, neue Softwarestandards für die Schnittstellen zu den mobilen Endgeräten zu schaffen.

Projektpartner sind das Heidelberger European Media Laboratory (EML), die Universität Karlsruhe (TH), die Universität der Bundeswehr München und die Hochschule Vechta (Leitung).


Die European Media Laboratory GmbH (EML) (www.eml.villa-bosch.de) ist ein privates Forschungsinstitut für Informationstechnik und ihre Anwendungen. Ziel ist es, neue informationsverarbeitende Systeme zu entwickeln, bei denen der Nutzer die Technik nicht mehr als Hindernis wahrnehmen soll. Derzeit bearbeitet das EML im wesentlichen Forschungsprojekte der gemeinnützigen Klaus Tschira Stiftung (KTS) (www.kts.villa-bosch.de).

Das Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung (IPF) (www.ipf.uni-karlsruhe.de) ist ein Institut der Universität Karlsruhe (TH). Das IPF forscht und lehrt auf den Gebieten der Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformatik und ist Teil des Studiengangs Geodäsie und Geoinformatik. Derzeit forscht das IPF in den Bereichen Disaster Management, Umweltinformationssysteme und Augmented Reality.

Die Arbeitsgemeinschaft Geoinformationssysteme (AGIS - www.agis.unibw-muenchen.de) ist eine 1992 gegründete, interdisziplinäre Forschungseinrichtung an der Universität der Bundeswehr München. Derzeit arbeiten 18 fest angestellte Wissenschaftler in der Grundlagen- und Drittmittelforschung sowie in Lehre und Weiterbildung auf dem Gebiet der Geoinformatik. Einen Forschungsschwerpunkt bilden dabei mobile GIS und positionsbezogene Dienste (location based services).

Im Forschungszentrum für Geoinformatik und Fernerkundung (FZG) (www.fzg.uni-vechta.de) haben sich an der Hochschule Vechta die an Aufgabenstellungen der Geoinformatik arbeitenden WissenschaftlerInnen mehrerer Institute zusammengeschlossen. Ziel ist es, die Geoinformatik-Aktivitäten zu bündeln, sowie innovative Projekte in Lehre, Weiterbildung und Forschung durchzuführen.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Peter Saueressig
European Media Laboratory GmbH
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49-6221-533-245
Fax: +49-6221-533-198
peter.saueressig@eml.villa-bosch.de

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Martin Breunig
Hochschule Vechta
Tel: + 49 (0) 4441-15- 481
Fax: + 49 (0) 4441-15- 464
mbreunig@fzg.uni-vechta.de


Dr. Peter Saueressig | idw
Weitere Informationen:
http://www.eml.villa-bosch.de/deutsch/Press/Releases/1058355685

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