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Innovatives Radarbildsystem der EU gewährleistet Frühwarnung bei Vulkantätigkeit

12.03.2003


Die gemeinsame Forschungsstelle der Kommission (GFS) wird ihr innovatives hochauflösendes Radarsystem LISA (Linear Synthetic Aperture) einsetzen, um Aktivitäten des Vulkans Stromboli in Italien zu überwachen. Nach den jüngsten Anstiegen der Vulkantätigkeit untersuchte das italienische Ministerium für Katastrophenschutz die GFS in Ispra (Italien), die Bodenbewegungen an den Hängen des Stromboli zu messen, um so Frühwarnungen für Maßnahmen im Ernstfall zu ermöglichen. Der Vulkan Stromboli war am 30. Dezember 2002 und nochmals im Januar 2003 ausgebrochen und hatte starke Flutwellen ausgelöst.


“Um die europäischen Kapazitäten im Katastrophenschutz auszubauen, müssen wir die Forschung sowie technologische Anwendungen zur Verbesserung unserer Überwachungs- und Frühwarninstrumente unterstützen”, so Philippe Busquin, für Forschung zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission. “Die Gewinnung exakter wissenschaftlicher Daten aus aktiven Vulkanen war jahrelang sehr problematisch. Der große Vorteil der Technologie des LISA-Radarbildsystems der GFS besteht in seiner Fähigkeit, Bodenbewegungen in Echtzeit zu überwachen. Dies wird es uns ermöglichen, die italienischen Behörden rasch zu informieren und die Bevölkerung vor Ort zu warnen. Und wir werden in der Lage sein, dieses System auch anderswo einzusetzen.”

Weitere Vorteile der Radarbildtechnik sind Fernüberwachung, Einsatzfähigkeit bei Tag und bei Nacht und maximale Flexibilität im Hinblick auf Sichtkapazität und Beobachtungshäufigkeit. Das LISA-System erkennt mit Hilfe hochauflösenden interferometrischen Radars mit synthetischer Apertur (SAR) Veränderungen in den großen Strukturen des Vulkans. Speziell entwickelte Software ermöglicht den Wissenschaftlern die Kontrolle, Verarbeitung und Analyse der gesammelten Daten. LISA-Systeme können Messungen an Gebieten von wenigen Metern bis mehreren Kilometern durchführen und Nahaufnahmen von besonders interessanten Abschnitten liefern. Diese Anwendung gehört zu einem Spektrum von Technologien, die im Rahmen der GMES-Initiative (Global Monitoring of Environment and Security) für die Umwelt- und Risikoüberwachung in Europa eingesetzt werden.


Warnsystem für kritische Situationen

Das Stromboli-System wird in ein Warnsystem integriert, das den italienischen Behörden meldet, wenn an den Hängen des Vulkans Abrutschgefahr besteht. Durch die Frühwarnung über die Vulkantätigkeit gewinnen die Behörden wertvolle Zeit für die Auslösung von Katastrophenplänen. Das LISA-System ist bereits auf dem Vulkan installiert und wird von einem Team vor Ort eingestellt und getestet.

LISA hat seine Zuverlässigkeit bereits vielfach bewiesen - insgesamt 16 Mal an verschiedenen Orten. Zu den Anwendungen gehörten:


  • Überwachung von Verformungen an Dämmen, Brücken usw.;
  • Beobachtung von Bodenbewegungen, z.B. Erdrutschen, Bergschäden und Vulkantätigkeit;
  • Überwachung von Bewegungen an historischen Bauwerken;
  • Überwachung von Erdrutschen und
  • Erstellung digitaler Höhenmodelle der überwachten Gebiete.


Ständige Ausbruchtätigkeit

Auf der äolischen Insel Stromboli befindet sich einer der aktivsten Vulkane der Erde mit fast ständiger Eruptionstätigkeit seit 2000 Jahren. Die jüngste Intensivierung der Aktivität gab Anlass zu Besorgnis. Nach einer relativ ruhigen Phase gipfelten die starken Ausbrüche im November 2002 in einer Explosion, bei der Material bis zu 200 Meter hoch über den Nordostkrater des Vulkans hinausgeschleudert wurde. Durch diese Explosion entstand ein Riss, aus dem Lava austrat, die am 30. Dezember einen Erdrutsch auslöste, der ins Meer gelangte und mehrere Meter hohe Flutwellen verursachte, die wiederum Schäden in den Dörfern Stromboli und Ginostra anrichteten, wobei mehrere Menschen verletzt und Gebäude sowie Boote beschädigt wurden. Der Vulkan brach im Januar diesen Jahres erneut aus. Dabei trat Lava aus zwei Öffnungen aus und verursachte weitere kleinere Erdrutsche.

Fabio Fabbi | Europäische Kommission

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