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Ozeanboden erzählt von den vergangenen 250.000 Jahren

12.03.2003



Australisch-französisches Projekt betreibt Klimaforschung in der Tiefsee

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Ein französisch-australisches Forschungsteam hat im Great Australian Bight in Südaustralien Gesteinsproben entnommen, die die Klimageschichte des fünften Kontinents bis vor 250.000 Jahren erzählen. Das berichten die Australian National University ANU und die Geoscience Australia, die beide Partner des AUSCAN Projekts sind.

Die Bodenproben wurden im Murray Canyon vor der Küste Südaustraliens genommen. Die Täler bilden südlich der Kangaroo Insel eine Tiefseelandschaft, die größer ist als der Grand Canyon in Arizona. An der tiefsten Stelle liegt der Meeresboden in 4.600 Metern. Die Forscher haben direkt vom Schiff aus die Bohrungen ins Gestein des Murray Systems durchgeführt. Von besonderem Interesse für die Forscher war die Mündung des Murray Darling River System, in dem Sedimente der vergangenen Jahrhunderte eingelagert sind. Nach Angaben des australischen Wissenschaftsministers David Kemp geben die Bodenproben Aufschlüsse über Änderungen des Klimas, ozeanographische Details sowie die Geologie des Gebietes. Die 17-tägige Expedition mit dem französischen Expeditionsschiff Marion Dufresne führte von Hobart/Tasmanien bis nach Freemantle.


"Die Ergebnisse sind wissenschaftlich außerordentlich bedeutsam", so Patrick De Deckder, Geologe der Australian National University. "Die Bohrkerne werden in Zentimeter dünne Schichten geteilt, die jeweils 100 Jahre der Ozeangeschichte zeigen", erklärt der Experte, der sich weitere Aufschlüsse über die Entwicklung und Veränderung des Klimas und der geologischen Geschichte erhofft. "Wir hoffen, dass wir anhand der Bohrkerne auch zukünftige Ereignisse im Meer besser vorhersehen können", meint der Wissenschaftler.

Die Reise des Schiffes endete am 5. März. Nun müssen die Proben erst genauer untersucht werden, erst dann können endgültige Schlüsse gezogen werden. Der Forscher gab aber an, dass es noch nie zuvor Bohrkerne mit so dichten Informationen aus den Gewässern Australiens gegeben habe. Damit gebe es eine Vielzahl von Sedimentablagerungen von jedem Jahrhundert.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.oceans.gov.au

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