Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Giftgasen am Meeresboden auf der Spur

20.01.2003


Heute heißt es in Kapstadt "Leinen los!" für die erste Meeresforschungsexpedition des DFG-Forschungszentrums Ozeanränder vor Südwestafrika. Ziel ist es u.a. zu klären, warum es vor der Südwestküste des schwarzen Kontinents regelmäßig zu Eruptionen von giftigen Schwefelwassserstoffgasen kommt. Die Gasaustritte, die das Meerwasser türkis färben und selbst auf Satellitenbildern deutlich zu erkennen sind, führen immer wieder zu großen Fischsterben.


Das Forschungsschiff "Meteor" im Südatlantik



Robbenkolonien, Scharen von Seevögeln, großer Fischreichtum prägen das ökologisch und ökonomisch bedeutsame Expeditionsgebiet vor Südwestafrika. Der Grund: Ablandige Winde drücken das Oberflächenwasser auf das offene Meer hinaus. Im Gegenzug werden sehr nährstoffreiche Wasser aus der Tiefe in das Licht durchflutete oberste Meeresstockwerk gepumpt. Die Folge: auf allen Ebenen des Nahrungsnetzes explodiert das Leben. Wenn die Organismen absterben, werden ihre am Ozeangrund abgelagert.



Die Sedimentationsraten sind also relativ hoch. Sie erlauben es, die Umweltbedingungen der geologischen Vergangenheit recht genau nachzuzeichnen. Dies ist Ziel des ersten Fahrtabschnitts der "Meteor"-Reise (20.1. - 8.2.). Aus den Meeresablagerungen sollen Klimakurven gewonnen und mit der Besiedlungsgeschichte des südlichen Afrika, die durch andere Quellen erschlossen ist, verglichen werden. Aber auch die Warmwassereinträge, die über den Agulhasstrom aus dem Indischen in den Atlantischen Ozean gelangen und letztlich auch über das Auf und Ab des Klimas auf der Nordhalbkugel bestimmen, sollen mit Hilfe des Klimaarchivs am Meeresboden nachgezeichnet werden.

Auf dem zweiten Fahrtabschnitt (11.2. - 12.3.) schlägt die Stunde der Geochemiker. Sie sind dem Schicksal des Kohlenstoffs auf der Spur, das z.B. im Treibhausgas Kohlendioxid enthalten ist. Untersucht wird u.a., wie und in welchen Mengen die mit Kohlenstoff beladenen Sedimentpartikel aus flachen Küstengewässern in tiefere Ozeanbereiche transportiert werden. Einmal dort angelangt, sind sie dem Kohlenstoff- und Klimakreislauf weitest gehend entzogen. So kann das Geschehen im Ozean dazu beitragen, den Treibhauseffekt zu dämpfen.

Wie die anderen beiden so ist auch der dritte, oben charakterisierte Fahrtabschnitt (15.3. - 13.4.) von der Fächer übergreifenden Kooperation zwischen verschiedener Fachdisziplinen gekennzeichnet. Mehr noch: Auf dem Arbeitsdeck der "Meteor" werden während der gesamten Expedition Wissenschaftler aus mehreren deutschen Meeresforschungseinrichtungen mit Kollegen u.a. aus Südafrika, Namibia, Großbritannien und Spanien zusammen arbeiten. Meeresforschung zumal an Ozeanrändern, darin sind sich die drei Fahrtleiter Ralph Schneider, Matthias Zabel und Volker Brüchert einig, wäre ohne langfristige internationale Kooperation nicht erfolgreich.

Ab Ende Januar wird auf den Webseiten des Forschungszentrums Ozeanränder (www.ozeanraender.de) unter der Rubrik "Public Relations" ein populärwissenschaftliches Logbuch der "Meteor"-Reise präsentiert. Falls Sie Interesse an Hintergrundinformationen, Vorgesprächen mit den Fahrtleitern, Telefoninterviews während der Expedition oder an aktuellem Bildmaterial haben, wenden Sie sich bitte an:

Albert Gerdes
DFG Forschungszentrum Ozeanränder
- Öffentlichkeitsarbeit -
Tel. 0421 - 218-7761
Mail: agerdes@marum.de


Albert Gerdes | idw
Weitere Informationen:
http://www.ozeanraender.de
http://www.oceanmargins.de

Weitere Berichte zu: Kohlenstoff Meeresboden Ozean Südwestafrika

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Zeppelin, Drohnen und Forschungsschiffe untersuchen Wattenmeer und Elbe
19.09.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik