Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Wissenschaft zur Katastrophenvorsorge

03.12.2002


Am heutigen Tag haben die Universität Karlsruhe und das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) ein gemeinsames Zentrum für Katastrophenmanagement und -vorsorge gegründet. Ziel des CEDIM (Center for Disaster Management and Risk Reduction Tchnologies) ist die Einbindung wissenschaftlicher Erkenntnis in die Risikobewertung und in das Katastrophenmanagement. Außerdem soll im CEDIM erstmals ein Master-Aufbaustudiengang zu Disaster Enginering enstehen. Dabei sollen sowohl natürliche Risiken, wie Hochwasser, Starkwinde, "Weltraumwetter", Erdbeben und Vulkaneruptionen als auch technische Risiken, wie Feuer, industrielle Störfälle und Großunfälle Berücksichtigung finden. Zielgebiete für die zu entwickelnden Strategien sind Deutschland, Europa und die Dritte Welt. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung und Bereitstellung sowie der Transfer von Werkzeugen zur Analyse und Reduktion von Katastrophenrisiken für Mensch, Gesellschaft, Lebensraum, Infrastruktur und Ökonomie.


Vernetzung von Forschung und internationale Einbindung

Insgesamt 19 Institute an der Universität Karlsruhe und 12 Sektionen des GeoForschungsZentrums sind in das Zentrum eingebunden. Um ein solch großes F+E-Vorhaben langfristig und umfassend bearbeiten zu können, bedarf es einer engen Vernetzung. Die Helmholtz-Zentren, zu denen das GFZ Potsdam gehört, streben eine solche Vernetzung mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen an. CEDIM soll sich in europäische und internationale Netzwerke einbinden. Das Know-how bringen beide Forschungseinrichtungen mit: das GFZ Potsdam bearbeitet maßgeblich das Programmthema "Naturkatastrophen und Vorsorgestrategien" der Helmholtz-Gemeinschaft und bringt unter anderem seine Expertise über das Deutsche Forschungsnetz Naturkatastrophen (DFNK), die Deutsche Task Force Erdbeben und Seismologie-Trainingskurse für die UNESCO ein. Die besondere Kompetenz der Universität Karlsruhe wird deutlich im DFG-Sonderforschungsbereich "Starkbeben" und im DFG-Graduiertenkolleg "Naturkatastrophen".


Der Vorstand des Koordinationsausschusses wird durch den Rektor der Universität Karlsruhe, Prof. Horst Hippler, den Vorstandsvorsitzenden des GFZ Potsdam, Prof. Rolf Emmermann und den Sprecher des CEDIM, Professor Lothar Stempniewski vom Institut für Massivbau und Baustofftechnologie der Universität Karlsruhe, gebildet.

Naturkatastrophen und ihren Auswirkungen

Weltweit nehmen die Häufigkeit und das Ausmaß von Naturkatastrophen drastisch zu. Während sich ihre Anzahl seit den 50er Jahren vervierfacht hat, ist die Höhe der von ihnen verursachten volkswirtschaftlichen Schäden um den Faktor 14 gestiegen.

Vor diesem Hintergrund darf sich Katastrophenmanagement daher nicht mehr vorwiegend auf die Bewältigung von bereits eingetretenen Katastrophen konzentrieren. Die Katastrophenvorsorge muss einen größeren Stellenwert erhalten. Würden zehn Prozent der durch Naturkatastrophen entstandenen Schadenssumme in die Vorsorge investiert, könnten 70 Prozent der Schäden verhindert werden. Insbesondere fehlt es an der konzeptionellen Einbindung wissenschaftlichen Know-hows.

Auch Deutschland ist betroffen

Die Elbe-Flutkatastrophe vom August, der Berliner Gewittersturm vom Juli und das Erdbeben bei Aachen vom Juli dieses Jahres haben gezeigt, dass auch Deutschland von extremen Naturereignissen getroffen wird. Dennoch gilt für Deutschland und die meisten europäischen Länder, dass eine prognostische Bewertung und Quantifizierung des Risiken nicht vorhanden ist.

Darüber hinaus fehlt es an zuverlässigen Warn- und Informationssystemen, die basierend auf moderner Technologie ein effektives Informations- und Kommunikationsmanagement bei extremen Naturereignissen ermöglichen. "Weitgehend als Novum nicht nur in Deutschland sind auch Methoden zu entwickeln, mit denen besonders seltene und extreme Situationen im Voraus simuliert werden können, bei denen die üblichen Schutzmaßnahmen versagen. Solche Simulationsergebnisse unterstützen eine sinnvolle Einleitung des notwendigen Paradigmenwechsels von der unbezahlbaren vollständigen Katastrophenabwehr zu einer Risikokultur, die von der Gesellschaft akzeptierte Restrisiken quantifiziert und die Gesellschaft befähigt, mit diesen Restrisiken umzugehen und zu leben. Das ist ein wesentliches Ziel von CEDIM," äußerten Prof. Hippler und Prof. Emmermann in einem gemeinsamen Statement anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

Kontakt:

Franz Ossing
GFZ GeoForschungsZentrum Potsdam
-Public Relations-
Telegrafenberg
D-14473 Potsdam
Tel. ++49 (0)331 - 288 1040
Fax ++49 (0)331 - 288 104
e-mail: ossing@gfz-potsdam.de

Dr. Elisabeth Zuber-Knost
Universität Karlsruhe (TH)
Presse und Kommunikation
Kaiserstr. 12
D-76131 Karlsruhe
Tel.: 0721 - 608 2089
Fax: Tel.: 0721 - 608 3658
e-mail: presse@verwaltung.uni-karlsruhe.de


Dipl.Met. Franz Ossing | idw
Weitere Informationen:
http://dfnk.gfz-potsdam.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Expedition ans Ende der Welt
29.11.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lakkolithe können auch während eines Vulkanausbruchs entstehen
24.11.2016 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie