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Forschungsfahrt mit FS SONNE zwischen Tonga und Neuseeland
An einer Forschungsfahrt mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE zwischen Tonga und Neuseeland sind derzeit Mitarbeiter des Lehrstuhls für Lagerstättenlehre/Leibniz-Labor für Angewandte Meeresforschung der TU Bergakademie Freiberg beteiligt. Das 49-tägige Vorhaben wird vom Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität Kiel koordiniert und hat unter anderem die Erforschung der aktiven Tonga-Subduktionszone, bei der ein Teil des Pazifiks unter den australischen Kontinent verschluckt wird, zum Ziel. An diesem Projekt sind neben den Wissenschaftlern der Kieler und Freiberger Institute auch Wissenschaftler aus Frankreich, Kanada, Neuseeland und Tonga beteiligt.
Die Freiberger Arbeitsgruppe kümmert sich hierbei in einem eigenen Teilprojekt um Vererzungsprozesse und ihre zeitliche Entwicklung im Bereich des Tonga-Inselbogens und der im Hinterland aufreissenden ozeanischen Kruste. Die bisherigen Arbeiten dauern bereits seit Mitte Oktober an und haben unter anderem zur Neuentdeckung von Erzvorkommen im Bereich aktiver untermeerischer Vulkane in gerade einmal 200 m Wassertiefe vor der Westküste des Königreiches Tonga und seiner Hauptstadt Nukoalofa geführt. Diese Vorkommen zeigen alle Charakteristika goldreicher Mineralisationen, wie sie in landgebundenen Lagerstätten im zirkumpazifischen Raum abgebaut werden, ähneln aber auch den Erzen vor der Ostküste Papua-Neuguineas, die erst vor kurzem von den Freiberger Wissenschaftlern erbohrt wurden. Hierbei handelt es sich jedoch im Gegensatz zu den Neufunden um Tonga um inaktive Vorkommen. Die Ergebnisse der ersten Analysen werden derzeit mit Spannung erwartet.
Ein weiteres spektakuläres Ergebnis der bisherigen Fahrt sind die Veränderungen eines bereits bekannten Hydrothermalfeldes im Hinterland des Tonga-Inselbogens. Das Feld, das noch vor zehn Jahren eine intensive
Hochtemperaturaktivität mit Lösungsaustritten von über 300°C zeigte, wurde in der Zwischenzeit mit frischer Lava bedeckt. Dies ist ein Prozess, der in der geologischen Vergangenheit zur Bildung ausserordentlich großer Massivsulfidlagerstätten führte, da die mineralisierenden Lösungen besonders effektiv vom Gestein eingefangen werden. Oberflächlich hat die vulkanische Aktivität jedoch zum Absterben einer ehemals zahlreichen Lebewelt geführt.
Das Forschungsvorhaben dauert noch bis zum 29. November an und endet mit einer zweitätigen Veranstaltung in Wellington zum 20-jährigen Bestehen der deutsch-neuseeländischen Forschungskooperation und zum Jahr der Geowissenschaften.
Katrin Apenburg | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.tu-freiberg.de/
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