Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel: Die Klimarolle des Nordatlantiks

17.07.2008
Bremer Umweltphysiker unternehmen Zwei-Schiff-Expeditionen

Welche Bedeutung hat der Nordatlantik für das europäische Klima? Kann der Nordatlantik immer weniger CO2 aufnehmen? Steigt der Meeresspiegel an der westeuropäischen Küste?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich Wissenschaftler vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen seit zehn Jahren. Am 23. Juli 2008 setzen sie mit dem Forschungsschiff MARIA S. MERIAN ihre Studien zur Klimarolle des Nordatlantiks fort.

Das Team um Professor Monika Rhein will ergründen, inwieweit die Abnahme der Tiefenwasserbildung - die seit zehn Jahren beobachtet wird - mit einer Änderung des Golfstrom-Transports verknüpft ist. Für die Untersuchungen werden zwei Monate benötigt. Die MERIAN-Expedition endet am 18. August in St. John's (Kanada), und die Bremer Forscher fahren ein paar Tage später am 23. August mit dem französischen Forschungsschiff THALASSA unter der Leitung der Bremer Ozeanographin Dr. Dagmar Kieke weiter. Die ozeanische Umwälzbewegung bringt warmes Wasser (Golfstrom) nach Norden, wo es die Wärme an die Atmosphäre abgibt.

... mehr zu:
»Klimarolle »Tiefenwasser

Das kalte Wasser sinkt in die Tiefe und strömt zurück nach Süden. Es gibt drei Gründe, warum Änderungen in dieser Zirkulation interessieren: ein Abschwächen würde neben einer Klima-Abkühlung die Aufnahme des Treibhausgases CO2 in den Ozean erschweren und darüber hinaus könnte der Meeresspiegel an der westeuropäischen Küste steigen.

So gehen die Bremer Wissenschaftler vor

Die Forscher nutzen vier fest verankerte Boden-Echolote entlang des mittelatlantischen Rückens zwischen 46 Grad und 53 Grad Nord, um die Schwankungen im Golfstrom zu bestimmen. Die Sensoren messen die Zeit, die eine Schallwelle braucht, um zur Oberfläche und zurück zum Boden zu kommen. Aus der Abhängigkeit der Schallgeschwindigkeit von Temperatur und Salzgehalt lassen sich deren Verteilungen rekonstruieren, und daraus können Transportschwankungen berechnet werden. Die Sensoren wurden im August 2006 ausgelegt und die Daten sollen nun ausgelesen werden. Der erste Versuch im April 2007 scheiterte an technischen Problemen der MERIAN. Die Produktion von Tiefenwasser in der Labradorsee wird von den Bremer Forschern mit Hilfe von Spurenstoff-Inventaren untersucht. Diese Spurenstoffe werden über den Kontakt mit der Atmosphäre in die Meeresoberfläche eingetragen und beim Absinken des kalten Wassers mit in die Tiefe genommen.

Änderungen dieser Inventare von Jahr zu Jahr sind die beste Methode, die Änderungen im abgesunkenen Volumen des Tiefenwassers festzustellen. Das Verfahren ist sehr aufwändig, da für fundierte Aussagen die Verteilungen im gesamten subpolaren Nordatlantik gemessen werden müssen. Aus den Messungen fand die Bremer Forscher-Gruppe bisher heraus, dass sich seit 1997 die Menge an gebildetem Tiefenwasser um 70% abgeschwächt hat. Ob dieser Trend immer noch anhält, werden die Messungen auf den beiden Expeditionen zeigen.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Institut für Umweltphysik
Prof. Dr. Monika Rhein
Tel: 0421 218 2408
E-Mail: mrhein@physik.uni-bremen.de
Sekretariat: Barbara Kozak
Tel: 0421 218 4519
E-Mail:kozak@fb1.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.ocean.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Klimarolle Tiefenwasser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Fraunhofer-Experten als einziges deutsches Team im Wettbewerb um die Erforschung der Weltmeere
01.03.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Wasserkreislauf reicht viel tiefer als bisher gedacht
28.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher ahmen molekulares Gedränge nach

Enzyme verhalten sich im geräumigen Reagenzglas anders als im molekularen Gedränge einer lebenden Zelle. Chemiker der Universität Basel konnten diese engen Bedingungen nun erstmals in künstlichen Vesikeln naturgetreu simulieren. Die Erkenntnisse helfen der Weiterentwicklung von Nanoreaktoren und künstlichen Organellen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Small».

Enzyme verhalten sich im geräumigen Reagenzglas anders als im molekularen Gedränge einer lebenden Zelle. Chemiker der Universität Basel konnten diese engen...

Im Focus: Researchers Imitate Molecular Crowding in Cells

Enzymes behave differently in a test tube compared with the molecular scrum of a living cell. Chemists from the University of Basel have now been able to simulate these confined natural conditions in artificial vesicles for the first time. As reported in the academic journal Small, the results are offering better insight into the development of nanoreactors and artificial organelles.

Enzymes behave differently in a test tube compared with the molecular scrum of a living cell. Chemists from the University of Basel have now been able to...

Im Focus: Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Schaltplan des Gehirns bekannt.

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas...

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ – deutschlandweit größte Fachkonferenz 5.-8. März in Würzburg

01.03.2017 | Veranstaltungen

Nebennierentumoren: Radioaktiv markierte Substanzen vermeiden unnötige Operationen

28.02.2017 | Veranstaltungen

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ – deutschlandweit größte Fachkonferenz 5.-8. März in Würzburg

01.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CeBIT 2017: Automatisiertes Fahren: Sicheres Navigieren im Baustellenbereich

01.03.2017 | CeBIT 2017

Hybrid-Speicher mit Marktpotenzial: Batterie-Produktion goes Industrie 4.0

01.03.2017 | Energie und Elektrotechnik