Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Polymerisation - Brücke von der Astrobiologie zur Photomedizin

11.07.2008
Versuche, die von Wissenschaftlern an der Universität Ulm durchgeführt wurden, legen nahe, dass die Polymerisation erster biologischer Moleküle auf der Erde auf Diamant stattgefunden hat.

Polymerisation von Aminosäuren - Bausteine der Proteine - wird heute als das wichtigste Ereignis in der Entstehung erster Lebensformen angesehen. Zu dem Paradigma führte das gleichzeitige Zusammentreffen dreier Beobachtungen: 1. Zahlreiche Zellarten, einschließlich von Pflanzen, Tieren und Menschen, reagieren, wenn sie mit sichtbaren Licht der Intensität der terrestrischen Sonnenstrahlung bestrahlt werden, 2. Wassermoleküle bilden an Grenzflächen geordnete Strukturen und 3. sichtbares Licht der Intensität der terrestrischen Sonnenstrahlung wechselwirkt mit Grenzflächenwasser, indem es dessen Ordnung verändert.

Schlüssel für die Arbeit waren Versuche, die zur Entdeckung einer kristallinen Wasserschicht auf mit Wasserstoff terminierten nanokristallinen (synthetischen) - und natürlichen Diamant hinwiesen. Die Entdeckung führte zu einer neuen Erklärung des Phänomens der Leitfähigkeit von Wasserstoff terminierten Diamant [Sommer, A.P.; Zhu, D.; Brühne, K. Crystal Growth & Design, 7, 2298, 2007 und Sommer, A.P.; Zhu, D.; Försterling, H.D. Science Online, 2008, Feb. 28].

Die Erforschung der Wasserstruktur auf Diamant wird von Andrei P. Sommer and Dan Zhu am Institut für Mikro- und Nanomaterialien der Universität Ulm durchgeführt. Das Institut wird von Prof. Hans-Jörg Fecht geleitet und ist eines der führenden Forschungsinstitute in der Herstellung von ultraglatten hochreinen nanokristallinen Diamantschichten (Bild).

... mehr zu:
»Polymerisation

Das neue Paradigma für den Ursprung des Lebens basierend auf dem gleichzeitigen Zusammenspiel von fünf Faktoren - alle wahrscheinlich vorhanden auf einer frühen Erde: Wasser, Sonnenlicht, Diamant, Vulkane (Emission von heißen Gasen, einschließlich Wasserstoff) und präbiotische Moleküle, erschien gestern online in der renommierten Zeitschrift Crystal Growth & Design [1] und könnte bald zu einer validen Plattform zur experimentellen Simulation von Szenarien zum Ursprung des Lebens im Labor werden. Physikalisch entspricht die Wechselwirkung von Licht mit Grenzflächenwasser an relevanten biologischen Oberflächen (etwa an extra- und intrazellulären Membranen und Proteinen) einem ordnenden Prozess, wahrscheinlich mit Einfluss auf zelluläre Programme.

Die heute beobachtbare und photomedizinisch angewandte Empfindlichkeit unterschiedlicher Zellen (sogar solcher in trockenen Pflanzensamen) für gleiche Lichtintensitäten weist auf eine aktive Rolle der Sonne bei der Entstehung des Lebens auf der Erde hin und schließt Theorien, nach denen erste Lebensformen in der Dunkelheit von Tiefsee-Vulkanen entstanden sind, aus. Zum Verständnis der Zusammenhänge sind weitere Untersuchungen notwendig - so Sommer.

Kontakt: Dr. Andrei P. Sommer
Institut für Mikro- und Nanomaterialien
Universität Ulm
E-mail: andrei.sommer@uni-ulm.de

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://dx.doi.org/10.1021/cg8005037

Weitere Berichte zu: Polymerisation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen
24.05.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (TROPOS)

nachricht Unterschiedliche Erwärmung von Arktis und Antarktis: Forscher sieht Höhenunterschied als Ursache
18.05.2017 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten