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Neue Technik bringt Fortschritt in Erdbebenvorhersage

10.07.2008
Sensoren nehmen Gesteinsschicht-Veränderungen zehn Stunden vor Beben wahr

US-Wissenschaftler haben eine neue Technik zur Messung seismischer Wellen entwickelt. Anhand der Methode hoffen die Forscher der Carnegie Institution of Science in Washington, ein erfolgreiches Mittel zur Vorhersage von Erdbeben gefunden zu haben.

Bei der Messung von sogenannten S-Wellen zweier kleiner Beben im Jahr 2005 am San-Andreas-Graben in Kalifornien konnten sie spannungsdruckbedingte Veränderungen in Gesteinsschichten feststellen. Diese haben sich bis zu zehn Stunden vor den Erdbewegungen eingestellt. Einem BBC-Bericht zufolge trat das ungewöhnliche Signal im zweiten Fall immerhin noch zwei Stunden vor dem Beben auf.

Mit einer bis zu zehn Stunden vor dem Erdbeben ergangenen Warnung könnte die Bevölkerung rechtzeitig evakuiert werden, zumindest könnten Menschen aus Gebäuden gebracht und Rettungskräfte einsatzbereit gemacht werden, unterstreicht Forschungsteam-Mitglied Paul Silver die Relevanz der Erfindung. Bei den Beben wurden Geschwindigkeitsmessungen der S-Wellen vorgenommen. Die Sensoren wurden in der Erdbebenzone in bis zu einem Kilometer tiefen Bohrlöchern angebracht, um daraufhin mit seismischen Wellen beschickt zu werden und die Dauer dieses Prozesses zu messen.

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Geschwindigkeitsveränderungen der Wellen korrespondieren mit geänderten Druckverhältnissen und dadurch entstehenden Rissen im Gestein. Solche Beobachtungen könnten Stunden vor Erdstößen und Beben gemacht werden, hoffen die Wissenschaftler.

Lange seien Forscher auf der Suche nach solchen Möglichkeiten gewesen, die technologischen Voraussetzungen für Messungen der Gesteinsschicht-Veränderungen seien aber erst zum jetzigen Zeitpunkt gegeben, betont Silver. Nun sei dank der Technik die notwendige Genauigkeit und Zuverlässigkeit bei Messungen zur Erdbebenvoraussage möglich. Darauf aufbauend soll eine weitere Reihe von Experimenten folgen, um Timing und physikalische Basis zu verstehen, so die Forscher. Zwar sei man noch weit von routinemäßigen Erdbebenvorhersagen entfernt, die Erkenntnisse ließen jedoch darauf hoffen, solche eines Tages treffen zu können.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ciw.edu

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