Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verheerende Hitzeperioden für Australien prophezeit

07.07.2008
Garnaut Klimabericht zeichnet dramatisches Zukunftsszenario

Seit knapp sechs Jahren leidet Australien unter einer Dürreperiode, die als schlimmste in der Geschichte gilt. Nach dem jüngsten Garnaut-Klimabericht ist das allerdings erst der Anfang, denn in Zukunft könnten Dürre und Hitze zur Tagesordnung werden. Im Klimabericht ist etwa die Rede davon, dass neben der Häufigkeit dieser Perioden auch die betroffenen Flächen bis auf das Doppelte anwachsen könnten.

Derzeit treten in Australien außergewöhnlich heiße Jahre ungefähr im Abstand von 20 bis 25 Jahren auf, berichtet die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation CSIRO. In Zukunft könnten solche Hitzeperioden im Zweijahres-Rhythmus, im schlimmsten Fall sogar jedes Jahr, auftreten. Seit 1955 hat die Zahl der heißen Tage und Nächte deutlich zugenommen. Im Februar 2004 etwa lagen die Maximaltemperaturen in vielen Regionen fünf bis sechs Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

In Adelaide konnte man sogar an 17 aufeinander folgenden Tagen Temperaturen von mehr als 30 Grad messen. Hier liegt der langjährige Durchschnitt solcher Tage bisher bei 14 Tagen. Im März 2008 konnten die Meteorologen in Adelaide an 15 aufeinander folgenden Tagen Temperaturen von 35 Grad und darüber und 13 aufeinander folgende Tage mit 37,8 Grad und darüber messen. In Melbourne verzeichneten die Meteorologen die Rekordmarke von 36,9 Grad Minimum bei den Nachttemperaturen.

Noch verheerender als die Hitze werde sich die Dürre auswirken, schreiben die Forscher. Der Temperaturanstieg um nur ein Grad Celsius bewirkt eine 15-prozentige Verringerung der Abflussrate im Murray-Darling-Basin. Das Murray-Darling-System liefert etwa 41 Prozent der gesamten australischen Landwirtschaftsgüter. Aus dem Basin, das der Fläche von Spanien und Frankreich zusammen entspricht, durfte im Vorjahr Wasser nur noch als Trinkwasser und nicht mehr zur Bewässerung verwendet werden. (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070421005 ). Vor einigen Jahren galt Australien als zweitgrößter Weizenexporteur. Seit Jahren ist die Produktion rückläufig. Im Vorjahr führte das Land nur 13 Mio. Tonnen aus.

Die Ursachen für die Trockenheit sind wie etwa im südwestlichen Westaustralien eine Kombination aus natürlicher Variabilität, der Zunahme an Treibhausgasen und der nicht nachhaltigen Landnutzung. Etwa die Hälfte der Dürrekatastrophen ist auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen, der Rest liegt in natürlichen Schwankungen wie dem El Nino und tropischen Zyklonen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.garnautreview.org.au
http://www.csiro.au

Weitere Berichte zu: Hitzeperiode Klimabericht Meteorologe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Von der Bottnischen See bis ins Kattegat – Der Klimageschichte der Ostsee auf der Spur
28.03.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert
27.03.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten