Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arktisches Meereis schmilzt schneller

20.06.2008
Erster eisfreier Sommer in fünf bis zehn Jahren erwartet

Neue Analysen der US National Snow und Ice Data Center (NSIDC) zeigen, dass trotz eines kalten Winters das Meereis in der Arktis schneller schmilzt als angenommen. "Wir hatten etwas mehr Eis im vergangenen Winter, obwohl wir noch weit vom langjährigen Durchschnitt entfernt waren", sagte Klimaforscherin Julienne Stroeve der BBC.

"Es war also eine teilweise Erholung zu verzeichnen. Aber das eigentliche Problem ist, dass das Packeis sehr dünn geworden ist und wenn wir einen regulären Sommer haben, kann es einfach wegschmelzen." Daher könnte die Arktis schon in fünf bis zehn Jahren im Sommer eisfrei sein.

Zwar sei die von Eis bedeckte Fläche der Arktis zu Beginn des Jahres größer gewesen als noch 2007 - auch Nasa-Aufnahmen hatten dies im März bestätigt - nun seien diese Flächen aber wieder auf das Niveau des vergangenen Juni geschrumpft, der den Beginn eines Rekordsommers bezogen auf den Eisverlust einleitete.

... mehr zu:
»Arktis »Eisdecke »Meereis

Das Eis, das nun das arktische Meer bedeckt, sei im vergangenen Winter entstanden und bestehe zum größten Teil nur aus dünnen Eisschollen, die viel weniger robust seien, als die weniger salzhaltigen Schollen, die schon einige Jahren überstanden haben, erklären die Forscher. Zwar hätten auch natürliche Klimazyklen großen Einfluss auf die jährlichen Veränderungen der Eisdecke, die Forscher vermuten aber, dass diese nunmehr so dünn ist, dass der Trend sich kaum noch umkehren lasse. "Wäre das Eisschild so dünn wie in den 1970er Jahren, hätten die Bedingungen des vergangenen Jahres nur einen kleinen Rückgang gebracht, aber nichts außergewöhnliches. Aber jetzt ist das Eis so dünn, dass man schon eine außergewöhnliche Folge von kalten Wintern und Sommern bräuchte, damit sich die Eisdecke wiederaufbaut.", so Stroeve.

Vor einigen Jahren sagten Wissenschaftler einen eisfreien Sommer für die Arktis um das Jahr 2080 voraus. Mittlerweile haben Computermodelle einen Zeitraum zwischen 2030 und 2050 als wahrscheinlich berechnet. Nach dem Rekord-Eisverlust im Sommer 2007, bei dem die geringste Ausbreitung seit Beginn der Aufzeichnung festgestellt wurde - von 7,8 Mio. Quadratkilometern im Jahr 1980 auf nur mehr rund 4,5 Mio. Quadratkilometer - gingen einige Forscher sogar so weit, den ersten eisfreien Sommer auf 2013 zu datieren. "Ich denke, wir werden den Rekord des vergangenen Jahres schlagen", meint auch Stroeve, "obwohl ich wünschte, dass ich damit falsch liege."

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nsidc.org

Weitere Berichte zu: Arktis Eisdecke Meereis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klimawandel: Bäume binden im Alter große Mengen Kohlenstoff
17.08.2017 | Universität Hamburg

nachricht Neue Grundlagen für die Verbesserung von Klima-und Vegetationsmodellen
08.08.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten