Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EPOCA: Start für neues EU-Forschungsprojekt über Ozeanversauerung

26.05.2008
Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid beeinflussen unser globales Klima.

Sie verändern jedoch nicht nur die Atmosphäre sondern auch die Ozeane, mit potentiell dramatischen Auswirkungen auf die marine Lebewelt. Ein durch Messdaten bereits belegter Prozess ist die zunehmende Versauerung der Weltmeere. Viele Organismen sind direkt betroffen durch den schleichenden Anstieg eines der wichtigsten Parameter ihres Lebensraums, den Säuregrad des Wassers.

EPOCA (European Project on OCean Acidification) ist ein EU-weiter Zusammenschluss von 27 Instituten, der sich die Erforschung dieser weit reichenden Veränderung des größten Ökosystems der Welt zum Ziel gesetzt hat.

Eine am 10. Juni 2008 in Nizza, Frankreich beginnende Tagung gibt den Auftakt für eine weltweit einmalige Vernetzung der Forschungsaktivitäten zu Ozeanversauerung.

... mehr zu:
»EPOCA »Ozeanversauerung »Ökosystem

Prof. Ulf Riebesell, Meeresbiologe am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel und stellvertretender Koordinator von EPOCA, erläutert die Bedeutung des neuen Projekts: "Dies stärkt die Position Europas auf diesem relativ neuen Gebiet der Umweltforschung und erlaubt es den nationalen Programmen, sich zu diesem wichtigen Thema abzustimmen und zu ergänzen". Prof. Jelle Bijma, Meeresbiogeologe am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven fügt hinzu: "Mit unserer Forschung werden wir dazu beitragen, kritische Schwellenwerte aufzuzeigen, deren überschreiten unabsehbare Folgen für die marinen Ökosysteme haben können."

Neben dem IFM-GEOMAR und dem AWI sind die anderen deutschen Partnerinstitute das Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und das GKSS Forschungszentrum in Geesthacht. Den Einrichtungen aus neun europäischen Ländern, koordiniert vom französischen Centre National de la Recherche Scientifique, wurden von der EU insgesamt 6,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von 4 Jahren zugesprochen.

Die erklärten Ziele von EPOCA sind:

o Die Veränderung der Meereschemie und die dadurch beeinflusste Verbreitung mariner Lebensgemeinschaften räumlich und zeitlich zu dokumentieren. Paläorekonstruktionen von natürlichen Bioarchiven, zum Beispiel Korallen, sollen zurückliegende Variationen in diesen Parametern aufschlüsseln.

o Die Sensibilität von einzelnen Organismen, Gemeinschaften und ganzen Ökosystemen gegenüber Ozeanversauerung zu erforschen. Hierzu sollen Ergebnisse aus der Molekularbiologie, Biochemie, Physiologie und Ökologie gleichzeitig als Informationsquelle hinzugezogen werden. Schlüsselorganismen, die aus ökologischer, biochemischer oder sozioökonomischer Sicht von besonderer Bedeutung sind, werden für gezielte Laboruntersuchungen ausgewählt. Weiterhin werden Felduntersuchungen in Regionen vorgenommen, die von der Ozeanversauerung in besonderem Maße betroffen sind.

o Die Ergebnisse werden in gekoppelten biogeochemischen Ozean-Klima Modellen eingebaut, um bessere Vorhersagen für die Zukunft zu erzielen.

Als Grundlage zum politischen und gesellschaftlichen Handeln haben sich die Wissenschaftler zum Ziel gesetzt, die Risiken der Ozeanversauerung sowie wichtige Schwellenwerte, die unumkehrbare und schädliche Folgen für die Umwelt bedeuten könnten, zu identifizieren. "Aus den Disziplin übergreifenden Anstrengungen über nationale Grenzen hinweg erhoffen wir uns, tief greifende und schnelle Erkenntnisse über die Konsequenzen der Ozeanversauerung", fasst Riebesell zusammen. Weitere Informationen über EPOCA sowie eine Auflistung aller Partnerinstitute sind unter http://epoca-project.eu zu finden.

Kontakt:
Prof. Ulf Riebesell, Deputy Coordinator EPOCA, 0431 600 4444, uriebesell@ifm-geomar.de
Prof. Jelle Bijma, Board member EPOCA, 0471 4831 1831, jelle.bijma@awi.de
Mona Botros, Dipl.-Journ., M. Sc. (Pressestelle) Tel. 0431 600 2807, mbotros@ifm-geomar.de

Koordinationsbüro von EPOCA und die deutschen Partnerinstitute:

Laboratoire d'Océanographie de Villefranche, Dr. Jean-Pierre Gattuso, +33 4 93 76 38 59, Email: coord-ocean-acidification@obs-vlfr.fr

Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, Prof. Jelle Bijma, www.awi.de

Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg, Dr. Ernst Maier-Reimer, http://www.mpimet.mpg.de/

GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht, Dr. Markus Schartau, http://www.gkss.de/

Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel,
Prof. Ulf Riebesell, www.ifm-geomar.de/

Mona Botros | idw
Weitere Informationen:
http://epoca-project.eu
http://www.ifm-geomar.de/

Weitere Berichte zu: EPOCA Ozeanversauerung Ökosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie