Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Saurierspuren auf der Arabischen Halbinsel entdeckt

21.05.2008
Abdrücke von zwei- und vierfüßigen Pflanzenfressern im Jemen gefunden

Wissenschaftler haben kürzlich die ersten Dinosaurierspuren im arabischen Raum gefunden. Abdrücke eines großen zweibeinig laufenden Pflanzenfressers aus der Saurierunterordnung der Ornithopoden und einer elfköpfigen Herde von vierfüßigen Sauropoden hat das internationale Forscherteam um Anne Schulp vom naturhistorischen Museum in Maastricht entdeckt.

Die arabische Region sei auf der Weltkarte der Saurierforschung ein ziemlich weißer Fleck gewesen, sagt Studienleiterin Schulp, "denn bisher konnten in diesem Gebiet keine Spuren von Dinosauriern nachgewiesen werden". Umso wertvoller schätzen die Forscher die neuen Funde ein. "Es kommt nur selten vor, dass man Beispiele für so große Dinosaurierherden findet. Das ist ein für Reptilien sehr interessantes Sozialverhalten."

Ein Journalist hatte eine der Spuren rund 50 Kilometer entfernt von der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ausgemacht, die Schulp mit ihren Kollegen, der Paläontologin Nancy Stevens von der Ohio University und Mohammed Al-Wosabi von der University of Sanaa, als Fußabdruck eines Ornithopoden identifizierten. Bei dieser Art handelt es sich um große, üblicherweise pflanzenfressende Zweifüßler mit vogelähnlichen Füßen oder auch "die Kühe des Mesozoikums".

... mehr zu:
»Ornithopoden

Weitere Untersuchungen förderten Abdrücke der Sauropoden-Herde zu Tage, einer vierfüßig laufenden, langhalsigen Art, die zu den größten Landbewohnern der Erdgeschichte zählen. Anhand der Abdrücke konnten die Wissenschaftler auch die Größe der Tiere, ihre Laufgeschwindigkeit und einige andere Merkmale schätzen.

Zuvor waren nur wenige Dinosaurierfossilien auf der Arabischen Halbinsel gefunden worden, berichtet Schulp. Dabei habe es sich aber überwiegend um einzelne Knochen oder Fragmente gehandelt. Die Wissenschaftler schätzen, dass das Gestein, das die jetzt gefundenen Abdrücke trägt, rund 150 Mio. Jahre alt ist, die Spuren also aus der späten Jurazeit datieren. Dass die Abdrücke bisher unbeachtet blieben, ist für Schulp nicht verwunderlich, da sie zu groß seien, um vom untrainierten Auge als solche wahrgenommen zu werden und teilweise von Schutt und Geröll überdeckt wurden.

Obwohl Ornithopoden und Sauropoden sich in ihrer Vorkommenszeit überlappen, sei es dennoch ungewöhnlich, einen derart großen Vertreter der Ornithopoden aus dem späten Jura zu finden, meinen die Wissenschaftler. "Wir wollen ja genauer erfahren, wann welche Dinosaurier wo gelebt haben und wie sich die Verteilung über die Zeit verändert hat." Der Fund aus dem Jemen könnte einige Antworten auf diese Fragen parat halten, meint Schulp. "Diese Spuren helfen uns ein detailliertes Bild davon zu zeichnen, was auf den südlichen Landmassen passiert ist", meint auch Stevens. "Es ist aufregend zu sehen, dass neue paläontologische Daten aus dem Jemen kommen und ich denke, dass da noch einiges zu entdecken ist."

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nhmmaastricht.nl
http://www.ohio.edu

Weitere Berichte zu: Ornithopoden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften