Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Artenvielfalt und Rolle des Südlichen Ozeans für unser Klima im Fokus der Wissenschaftler

16.05.2008
Forschungseisbrecher Polarstern kehrt nach Bremerhaven zurück

Artenvielfalt und Rolle des Südlichen Ozeans für unser Klima im Fokus der Wissenschaftler

Am 20. Mai 2008 kehrt der Forschungseisbrecher Polarstern nach Bremerhaven zurück. Sieben Monate war das Flaggschiff des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft auf seiner Reise in die Antarktis unterwegs. In vier Fahrtabschnitten haben insgesamt 180 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 18 Ländern den Atlantik und den Südlichen Ozean erforscht.

Während der Werftzeit in Bremerhaven wird Polarstern nicht nur gewartet und repariert, sondern auch gefeiert: Am 25. Mai sind anlässlich des 25. Geburtstags von Polarstern alle Interessierten herzlich eingeladen, das Schiff in der Lloyd-Werft zu besichtigen.

Die Antarktissaison 2007/08 stand ganz im Zeichen des Internationalen Polarjahrs. Forscher aus aller Welt haben an Bord von Polarstern die Artenvielfalt im Meer sowie die Rolle des Südlichen Ozeans für das globale Klima untersucht.

Bereits während der einmonatigen Überfahrt von Bremerhaven nach Kapstadt im November 2007 haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Sigrid Schiel vom Alfred-Wegener-Institut die Biodiversität des Zooplanktons, kleiner im Wasser schwebender Tiere und Larven, erfasst. Die Untersuchungen fanden im Rahmen des Projekts "Census of Marine Life" (Bestandsaufnahme der Arten im Meer) statt.

In der Antarktis angekommen, musste die Polarstern im zweiten Fahrtabschnitt (Ende November 2007 bis Anfang Februar 2008) zunächst ihre Fähigkeiten als Eisbrecher unter Beweis stellen und eine Schneise für den Frachter Naja Arctica brechen. An Bord der Naja Arctica befanden sich die Bauteile für die neue deutsche Antarktisstation Neumayer III. Die Meeresbiologen um Prof. Dr. Ulrich Bathmann haben einen riesigen Algenteppich von der Größe Deutschlands entdeckt. Das plötzliche Schmelzen des Meereises im Frühjahr führte zu einer großflächigen Stabilisierung der oberen Wasserschichten und zur Ausbildung von riesigen Planktonblüten, die den Kohlendioxidgehalt des Oberflächenwassers deutlich reduzieren.

Dass die Tiefsee im Weddellmeer nach jahrelanger Erwärmung wieder kälter wird, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung von Dr. Eberhard Fahrbach vom Alfred-Wegener-Institut während des dritten Fahrtabschnitts (Anfang Februar bis Mitte April 2008) beobachtet. Da einzelne Expeditionen jedoch nur Momentaufnahmen liefern können, die für das Erkennen von räumlichen und zeitlichen Entwicklungen nicht ausreichen, sind die Wissenschaftler dazu übergegangen, autonome Messsysteme im Ozean auszusetzen. In dieser Saison wurden mit der Polarstern mehrere treibende und verankerte Systeme ausgebracht. Sie werden kontinuierlich über mehrere Jahre ozeanographische Daten wie Temperatur, Strömung und Salzgehalt messen und direkt an Forschungsinstitutionen auf der ganzen Welt versenden. Erst dann wird deutlich werden, ob sich die gemessene Abkühlung weiter fortsetzt.

Die anschließende einmonatige Überfahrt von Punta Arenas (Chile) nach Bremerhaven nutzten die Forscher um Prof. Dr. Andreas Macke vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR, um die Wirkung der Sonneneinstrahlung auf Prozesse in der Atmosphäre, den Austausch zwischen Ozean und Atmosphäre und die biologische Produktion im Meer zu untersuchen. Die Arbeiten fanden hauptsächlich im Rahmen des WGL-Verbundprojektes OCEANET statt.

Aufbruch in die Arktis
Am 12. Juni wird die Polarstern in Richtung Arktis aufbrechen. Im ersten Fahrtabschnitt wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie sich die Abnahme des grönländischen Eispanzers auf die vertikale Bewegung des Festlands sowie auf die Meeresströmungen auswirkt.
Open Ship
Am 25. Mai 2008, 11 bis 17 Uhr, sind alle Interessierten herzlich eingeladen, das Forschungsschiff Polarstern in der Lloyd-Werft in Bremerhaven zu besichtigen. Infos zu Anreise und Programm finden Sie unter http://www.awi.de.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Im Internationalen Polarjahr erforschen mehr als 50.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 60 Ländern die Polargebiete. Ihr Ziel ist es, die Rolle der Arktis und Antarktis für das Klima und die Ökosysteme der Erde zu untersuchen. Deutschland hat mit dem weltweit leistungsfähigsten Forschungseisbrecher Polarstern, mehreren Polarstationen und zwei Polarflugzeugen sehr gute Voraussetzungen, um in der Arktis und Antarktis zu forschen. Die Schwerpunktthemen, zu denen Deutschland in besonderer Weise beitragen kann sind: Polargebiete im Wandel des Weltklimas, Wandernde Kontinente, Vorstoß in unbekannte Regionen und Entwicklung innovativer Technologien.

Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi.de
http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/

Weitere Berichte zu: Antarktis Artenvielfalt Polarstern

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Satelliten erfassen Photosynthese mit hoher Auflösung
13.10.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

nachricht Erforschung des grönländischen 79°-Nord-Gletschers
12.10.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz