Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Satellitenbilder rekonstruieren antikes Mexiko

15.05.2008
Aufnahmen ermöglichen detailreichste Landkarte des Zapotekenreichs

Mit Hilfe von multi- und hyperspektralen Satellitenaufnahmen will der Archäologe Bill Middleton vom Rochester Institute for Technology (RIT) die detailreichste und genaueste Landschaftskarte des heutigen mexikanischen Bundesstaates Oaxaca anfertigen. In diesem Gebiet hatten sich die Zapoteken, ein mexikanisches Ursiedlervolk, um 300 vor Christus angesiedelt. Obwohl heute relativ unbekannt, zählten die Zapoteken zu einer der höchstentwickelten Kulturen. Als eines der ersten Völker hätten sie ein Schriftsystem entwickelt und Städte errichtet, so Middleton. Die Daten sollen der Rekonstruktion der naturräumlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in der Zapotekenzeit dienen.

Die Untersuchungen von Middleton und seinen Kollegen am Departement für Soziologie und Anthropologie werden sich vor allem mit der Entwicklung der frühen Wirtschaft und der Umwelt im wachsenden Zapotekenstaat befassen. Dadurch sollen sich auch kulturelle Fragen beispielsweise nach der Herausbildung verschiedener Gesellschaftsschichten beantworteten lassen, hofft der Wissenschaftler. Das von der NASA und der National Geographic Society unterstützte Projekt soll auch Aufschluss über Klima- und Vegetationswandel in der Region geben. "In den letzten 4.000 Jahren waren menschliche Aktivitäten stets ein Faktor für Veränderungen in der Umwelt. In einigen Teilen Mesoamerikas haben sich auch Belege dafür finden lassen, dass die Landschaft, die wir heute sehen, Resultat von katastrophalen landwirtschaftlichen Praktiken ist," erklärt Middleton. Zudem sei der Lebensraum der Zapoteken in früherer Zeit ganz anders beschaffen gewesen als er sich heute präsentiert. "Heute ist das Gebiet eingestuft als semi-arid, die vorherrschende Vegetation sind dornige Buschgewächse. Vor 10.000 Jahren gab es hier weite Graslandschaften und das Klima war feuchter."

Sogenannte Hyperspektralbilder von Earth Oberserving- und Landsat-Satelliten, die über mehrere Jahre aufgezeichnet werden, sollen dem Wissenschaftler helfen ein genaues Bild von den Lebens- und naturräumlichen Bedingungen im Forschungsgebiet zu erstellen. Als Hyperspektral werden solche Aufnahmesysteme bezeichnet, die Bilder in mehr als den drei vom Menschen sichtbaren Wellenlängen rot, grün und blau aufnehmen können. Aus den feinen Unterschieden in den Reflektionseigenschaften der Vegetation und des Bodens lassen sich dann Aussagen über die Beschaffenheit der Umwelt ableiten. "Wenn man die verschiedenen Daten dann als ein Bild zusammenfügt, kann man Dinge sehen, die so vorher nicht sichtbar waren und man kann dort Unterscheidungen treffen, wo das Augen keine bemerkt hat", sagt Middleton.

... mehr zu:
»Satellitenbild

Rund 30.000 Quadratkilometer will Middleton auf diese Weise untersuchen und verschiedene Pflanzenarten, Ökosysteme, kultivierbare Flächen und Mineralvorkommen identifizieren. "So lässt sich die Beziehung zwischen antiken Städten und antiken menschlichen Siedlungen in einer noch nie da gewesenen Art und Weise untersuchen." Auch die Auswirkungen der industriellen und wirtschaftlichen Entwicklungen auf den Naturraum innerhalb der vergangenen Jahrzehnte würde sich anhand des neuen Kartenwerkes nachvollziehen lassen.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rit.edu

Weitere Berichte zu: Satellitenbild

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Wasserkreislauf reicht viel tiefer als bisher gedacht
28.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Eine Atomfalle für die Wasserdatierung
28.02.2017 | Universität Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Schaltplan des Gehirns bekannt.

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas...

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nebennierentumoren: Radioaktiv markierte Substanzen vermeiden unnötige Operationen

28.02.2017 | Veranstaltungen

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungen

23. VDMA-Arbeitsberatung „Engineering und Konstruktion“ am 2. März 2017 an der TH Wildau

28.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkreislauf reicht viel tiefer als bisher gedacht

28.02.2017 | Geowissenschaften

Leuchtende Blasen in freier Wildbahn

28.02.2017 | Physik Astronomie

Eine Atomfalle für die Wasserdatierung

28.02.2017 | Geowissenschaften