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Stadt der Moderne auf prähistorischem Fundament

30.04.2008
Chemnitzer Museum für Naturkunde gräbt nach versteinertem Wald

Chemnitz ist im wahrsten Sinn des Wortes steinreich. Als Stadt der Klassischen Moderne verfügt Chemnitz über zahlreiche Schätze der Architektur und Kunst aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Derzeit aber graben Wissenschaftler des Chemnitzer Museums für Naturkunde nach einem weitaus älteren Schatz - nach rund 290 Millionen Jahre alten versteinerten Bäumen. Infolge eines Vulkanausbruchs auf dem Gebiet des heutigen Chemnitz wurde der damals dort befindliche Regenwald - in Mitteleuropa herrschte tropisches Klima - begraben und konserviert.

Knapp vier Wochen nach Beginn der Grabungen im Stadtteil Hilbersdorf haben die Wissenschaftler bereits spektakuläre Funde gemacht: Etwa drei Meter über der Tuff-Basis, an der ein Großteil der versteinerten Pflanzen vermutet wird, befinden sich liegende Stämme in der Richtung, in die sie vor 290 Millionen Jahren gefallen sind.

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In einem anderen Bereich wurde ein noch stehender Stamm angetroffen. Vermutlich ist dieser drei Meter lang und steht noch an der Stelle, an der er vor etwa 290 Millionen Jahren wuchs. Ab Mai organisiert das Museum für Naturkunde jeweils samstags und sonntags Führungen zur Grabungsstelle.

Schon öfters wurden in Chemnitz versteinerte Baumstämme gefunden, erstmals 1737. Einst wurden die versteinerten Hölzer zum Sächsischen Hof nach Dresden gebracht, dort zu wertvollen Schmuckstücken verarbeitet oder im Zwinger ausgestellt. 25 versteinerte Stämme sind im Foyer des Kulturkaufhauses TIETZ in Chemnitz zu besichtigen, in dem sich auch das Museum für Naturkunde befindet. Für die Zukunft erhofft man sich in Chemnitz die Anerkennung des versteinerten Waldes als UNESCO-Welterbe. Zwar gibt es ähnliche Funde aus späteren Zeiten auch an anderen Orten auf der Welt. In Größe und Vielfalt aber ist das Chemnitzer Vorkommen einzigartig. Experten vermuten, dass auch die Chemnitzer Innenstadt auf einem versteinerten Wald liegt.

Chemnitz - Stadt der Moderne

Zur Zeit der Industrialisierung erblühte Chemnitz zu einer der reichsten Städte Deutschlands. Der Wohlstand der Industriellen fand seinen Ausdruck einerseits in der Architektur. Imposante Fabrikbauten und prachtvolle Wohnhäuser und öffentliche Gebäude aus der Gründer¬zeit, dem Jugendstil und der Bauhausepoche prägen das Stadtbild noch heute. Andererseits ermöglichte das Mäzenatentum der Fabrikanten die Herausbildung einer lebendigen Kunst- und Kulturszene. Der Chemnitzer Maler Karl Schmidt-Rottluff - ein Mitbegründer der Künstlervereinigung "Brücke" - zählt zu den Erneuerern in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Die deutschlandweit zweitgrößte Sammlung von Werken Schmidt-Rottluffs ist heute Kernstück der Kunstsammlungen Chemnitz. Das renommierte Kunstmuseum beherbergt in seinem Fundus insgesamt über 60.000 Werke insbesondere aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Mit dem Museum Gunzenhauser erweitert seit Anfang Dezember 2007 eine der deutschlandweit größten Privatsammlungen von Kunst der Klassischen Moderne und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das anspruchsvolle Angebot der Kunstsammlungen Chemnitz.

Seit der Wiedervereinigung hat Chemnitz eine rasante Entwicklung durchgemacht, knüpft nun als drittgrößte Stadt in den neuen Bundesländern an die Anfang des 20. Jahrhunderts eingenommene Bedeutung an und präsentiert sich heute als moderne, lebendige und weltoffene Universitätsstadt und als innovativer Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Die nach der Wiedervereinigung völlig neu entstandene Chemnitzer Innenstadt mit modernen Bauten international renommierter Architekten wie Helmut Jahn, Hans Kollhoff und Christoph Ingenhoven ist zum Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen geworden.

Brigitte Molter | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.chemnitz-tourismus.de/

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