Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Älteste Lebewesen der Welt in Kanada entdeckt

04.06.2002


Abdrücke erzählen Geschichte vom Weg aus dem Wasser an Land

Britische und kanadische Forscher haben nahe des Lake Ontario Abdrücke der ältesten Lebewesen entdeckt: auf Sandsteinen entdeckten die Wissenschaftler Abdrücke von Urinsekten, die vom Wasser ans Land gekrochen sind, berichtet die New York Times in ihrer heutigen Ausgabe. Der Sandstein ist zwischen 480 und 500 Mio. Jahre alt. Die Abdrücke stammen wahrscheinlich von Urkrebsen, so genannten Euthycarcinoiden (Foto).

Die Forscher glauben, dass die Region nördlich des Lake Ontario außerhalb der heutigen Stadt Kingston ein Sandstrand des primordialen Ozeans war. Die Abdrücke wurden zufällig entdeckt, weil der Sandstein in der Gegend zu kommerziellen Zwecken abgebaut wird. "Die Sandsteine mit den Abdrücken eignen sich nicht zur Verwendung als Baustoff", so Robert MacNaughton, Wissenschaftler der Geological Survey of Canada. Der Forscher, der die wissenschaftliche Leitung der Untersuchung übernommen hat, spricht von einem Glück, dass der Eigentümer der Sandsteinfelder mehrere der Platten noch nicht verkauft hat. Die Forscher halten den genauen Fundort der fossilen Abdrücke geheim, da sie verhindern wollen, dass Fossiliensammler das gesamte Gebiet plündern. Insgesamt fünf Forscher sind an dem Projekt beteiligt, sie haben in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitung "Geology" über diese Funde berichtet.

Der Fundort in Ontario war gekennzeichnet durch mehr als 25 verschiedene Spuren. Einige davon sind so tief, dass die Forscher ableiten können, von welchen Tieren sie stammen. Die Wissenschaftler meinen, dass die Spuren auf eine Massenflucht aus dem Wasser hindeute. Bei den Spuren handelt es sich vermutlich um Euthycarcinoide, seltene fossile Lebewesen, die gepanzerte, segmentierte Körper und lange Füße besitzen.

In der jüngeren Geschichte der Geologie wurden die Daten, wann die ersten Wasserlebewesen an Land gekommen sind, dauernd nach hinten korrigiert. Zuerst hatten Forscher angenommen, dass dies in der Silurischen Periode, die vor 440 Mio. Jahren stattfand, passiert sei. Nun gehen die Wissenschaftler aber davon aus, dass dies bereits in der kambrischen Periode vor 544 Mio. Jahren geschehen ist. Während dieser Zeit waren die Ozeane seicht und warm. Damals tauchten die ersten hart-gepanzerten Tiere wie etwa die Trilobiten auf.

Wolfgang Weitlaner | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.nytimes.com

Weitere Berichte zu: Abdruck Fundort Sandstein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Expedition ans Ende der Welt
29.11.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lakkolithe können auch während eines Vulkanausbruchs entstehen
24.11.2016 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie