Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warnemünder Meeresforscher untersuchen sauerstoffarme Meeresregionen vor Namibia

07.02.2008
Mit Maria S. Merian in den Südatlantik

Am Samstag, den 9. Februar verlässt das Forschungsschiff Maria S. Merian seinen Heimathafen Rostock in Richtung Las Palmas auf Gran Canaria. Rund 10 Tage braucht es für die Strecke. Die 22-köpfige wissenschaftliche Besatzung unter der Leitung von Dr. Falk Pollehne, Meeresbiologe am IOW, wird erst dort an Bord gehen. Ihre Arbeitsgeräte haben die Wissenschaftler jedoch bereits in diesen Tagen verladen. Von Las Palmas startet die Merian am 19. Februar und wird für den Abschnitt bis Namibia rund 3 Wochen benötigen.

Das wissenschaftliche Thema der Fahrt dreht sich um die Frage, welche Rolle Auftriebsgebiete (das sind Meeresregionen, in denen aufgrund von Strömungen nährstoffreiches, kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche kommt und hier meist zu einer explosionsartigen Entwicklung des Lebens führt) im globalen Stickstoffkreislauf spielen. Untersucht werden dabei ozeanische Gebiete mit unterschiedlicher Sauerstoffversorgung - angefangen mit einer Auftriebsregion vor der Küste Mauretaniens mit einem nur geringen Sauerstoffdefizit in Bodennähe, über den so genannten "Angola-Dom", in dem der Sauerstoff bereits deutlich reduziert ist, bis hin zu den Auftriebsgebieten vor Namibia, in denen ausgeprägter Sauerstoffmangel am Boden zu Faulschlamm-Bildung führt. In diesen verschiedenen Seegebieten werden die Wissenschaftler an Bord der Merian untersuchen, wie Bakterien und Algen unter wechselnden Sauerstoffbedingungen mit dem jeweiligen Nährstoffangebot umgehen.

Hintergrund: Wie bei dem globalen Kohlenstoffkreislauf, so kennt man auch beim Stickstoffkreislauf heute noch nicht alle Senken und Quellen. Die Versorgung mit Stickstoff, einem der Grundbaustoffe allen Lebens im Meer, ist aber für die marinen Ökosysteme ganz wesentlich. Da je nach Sauerstoffgehalt unterschiedliche "Ernährungsmodelle" zum Tragen kommen können, versprechen sich die Warnemünder von ihren Untersuchungen in diesen unterschiedlichen Gebieten neue Erkenntnisse.

... mehr zu:
»Namibia »Ozeanograph

Im Mündungsgebiet des Kunene, dem Grenzfluss zwischen Angola und Namibia, wird zusätzlich untersucht, wie schnell der Sauerstoff in der Flusswasserfahne verbraucht wird. Hier wird eine Gruppe Warnemünder Biologen das Makrozoobenthos (Wirbellosenfauna des Meeresbodens) untersuchen. Sie wollen herausfinden, welche Faktoren in diesem Gebiet die Artenzusammensetzung und Vermehrung der Bodenlebewelt steuern.

Damit die Rahmenbedingungen in jeder der Vergleichsregionen genau erfasst werden, sind auch Physikalische Ozeanographen mit an Bord. Für sie ist das Untersuchungsgebiet vertraut, denn bereits seit den 1960er Jahren arbeiten Warnemünder Ozeanographen in den Gewässern vor Westafrika. Bei dieser Fahrt gibt es jedoch eine Premiere: zum ersten Mal wird in einem ozeanischen Gebiet ein Gerät eingesetzt, welches bei fahrendem Schiff die Strömungsverhältnisse in der Wassersäule misst und gleichzeitig über ein Pump-System aus unterschiedlichen Tiefen Ozeanwasser ansaugt und direkt in die Labore der Merian liefert - für die Messtechniker an Bord, die diese neue Technologie bislang nur in der Ostsee getestet haben, ein spannender Einsatz.

Am 8. März endet der erste Fahrtabschnitt in Walvis Bay, Namibia. Die meisten der Warnemünder Wissenschaftler werden dann von Bord gehen, andere kommen neu hinzu. Am gleichen Tag beginnt unter der Fahrtleitung von Dr. Martin Schmidt, Physikalischer Ozeanograph am IOW, der zweite Fahrtabschnitt. Vor der Küste Namibias wird dann ein interdisziplinäres Team mit Wissenschaftlern aus Deutschland, Angola, Namibia und Südafrika untersuchen, welche Folgen die anhaltende fischereiliche Nutzung der Gewässer vor dem Hintergrund eines Klimawandels für das marine Ökosystem hat.

Dr. Barbara Hentzsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.io-warnemuende.de

Weitere Berichte zu: Namibia Ozeanograph

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen
18.08.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Klimawandel: Bäume binden im Alter große Mengen Kohlenstoff
17.08.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie