Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationen besser messen

23.01.2017

Neue Forschungsförderung des BMBF soll Methoden zur Erfassung von Innovationen verbessern und dabei digitale Möglichkeiten stärker nutzen

Die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen oder Abläufe sind für die Weiterentwicklung von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft von großer Bedeutung. Die Innovationsleistungen zu erfassen und damit auch vergleichbar zu machen, ist allerdings hochkomplex und erfordert eine Vielzahl unterschiedlicher Indikatoren als Messwerkzeuge.

Mit einer neuen Forschungsförderung will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die aktuellen Messmethoden jetzt verbessern. Unter anderem sollen auf diese Weise neuere Phänomene wie die "sharing economy" oder soziale Innovationen besser erfasst werden können.

Der Bedarf nach neuen Forschungsansätzen für Innovations- sowie Forschungs- und Entwicklungs-Indikatoren, der auch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gesehen wird, zeigt sich insbesondere in Zeiten der Digitalisierung. Die zeitnahe Verfügbarkeit großer Datenmengen und die überproportional anwachsenden Rechenleistungen der Computer sowie die immer selbstverständlichere Anwendung von Algorithmen eröffnen neue Möglichkeiten im Bereich der Innovationsmessung.

Zu Beginn des neuen Jahres sind zwei Berichte erschienen, die die Innovationserfolge in Deutschland messen: Der "Science Technology and Innovation Outlook 2016" (STI-Outlook) der OECD und der Innovationsbericht des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Sie enthalten eine Vielzahl unterschiedlicher Innovationsindikatoren.

Dazu zählen die Ausgaben der Wirtschaft für Innovationen oder der Anteil der Unternehmen, die an Innovationen forschen. Diese Indikatoren bieten eine gute Grundlage, um die Erfolge von Innovationspolitik zu messen. Gleichzeitig ist es noch schwer, die Ergebnisse der Innovationsanstrengungen direkt zu erfassen. Stattdessen beziehen sich die Indikatoren oft auf einen Input oder einen Zwischenschritt im Innovationsprozess.

Die neue Förderlinie des BMBF zielt darauf ab, möglichst vielfältige neuartige Ansätze der Innovationsmessung zu erforschen und Output-orientierte Innovationsindikatoren zu entwickeln. Angesprochen werden dabei unterschiedlichste Wissenschaftsdisziplinen, von der Wirtschaftswissenschaft über die Soziologie, die Psychologie bis hin zu den Natur- und Ingenieurwissenschaften, genauso wie interdisziplinäre Projekte.

Die Forschung kann sich dabei auf große Datenmengen stützen oder auch qualitativ vorgehen, also beispielsweise auf Interviews zurückgreifen. Um den Wissenschaftsstandort Deutschland in diesem Bereich auch für die Zukunft weiterzuentwickeln, gehören besonders Nachwuchswissenschaftler zur Zielgruppe der neuen Forschungsförderung. Die Förderrichtlinie zur Innovationsforschung ist thematisch und methodisch offen formuliert, um die kreativsten Ideen und Forschungsansätze anzusprechen. Neben Wissenschaftlern können sich auch Unternehmen um eine Förderung bewerben.

Weitere Informationen:
Einreichfrist für Projektskizzen ist der 31. März 2017. Mehr dazu:
https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1302.html

Innovationsstandort Deutschland: https://www.bmbf.de/de/deutschlands-innovationskraft-waechst-3782.html

Innovationsbericht des ZEW 2016: http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/mip/16/mip_2016.pdf

STI-Outlook der OECD 2016: http://www.oecd.org/science/oecd-science-technology-and-innovation-outlook-25186...

OECD Blue Sky Konferenz 2016: https://www.oecd.org/innovation/blue-sky.htm

Agnes Kuruppu | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics