Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

6. Deutscher IT-Sicherheitspreis in Darmstadt verliehen

07.10.2016

Die Horst Görtz Stiftung verlieh gestern Nachmittag am Center for Research in Security and Privacy (CRISP) zum sechsten Mal den Deutschen IT-Sicherheitspreis, für den Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka erstmals die Schirmherrschaft übernommen hat. Eine Expertenjury wählte aus 45 Einreichungen die besten markt-relevanten Innovationen zur IT-Sicherheit. Der erste Platz (100.000 Euro) ging an „Harvester – die Entwicklung einer vollautomatischen Extraktion von Laufzeitwerten aus Android-Apps“, der zweite (60.000 Euro) an „Joern – Intelligente Schwachstellensuche durch Graphik-Mining“ und der dritte Platz (40.000 Euro) an „SocialSec – A Serious Game on Social Engineering“.

Preisträger 2016

Erster Platz: Harvester
Den ersten Preis erhielten Siegfried Rasthofer, Steven Arzt und Marc Miltenberger (alle Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie SIT und Technische Universität Darmstadt) sowie Prof. Dr. Eric Bodden vom Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn und der Fraunhofer-Einrichtung für Entwurfstechnik Mechatronik IEM für ihre Entwicklung einer vollautomatischen Extraktion sicherheitsrelevanter Informationen aus Android-Apps.
Mit Harvester können diese Informationen effektiv, schnell und vollautomatisiert extrahiert werden, selbst wenn sich die Apps durch Verschleierungstechniken vor einer Analyse schützen.
Die Erkenntnisse aus Harvester-Analysen helfen, bösartige Apps im Netz schneller zu erkennen und den Diebstahl personenbezogener Daten einzudämmen.

Zweiter Platz: Joern
Für ihr Konzept der intelligenten Schwachstellensuche durch Graph-Mining zeichnete die Expertenjury Prof. Dr. Konrad Rieck, Daniel Arp, Hugo Gascon, Alwin Maier, Christian Wressnegger sowie Dr. Fabian Yamaguchi (alle Technische Universität Braunschweig) mit dem zweiten Platz aus.
Joern verfolgt das Ziel, Schwachstellen in Software wie Heartbleed und Shellshock besser zu lokalisieren und zu beheben. Die einzigartige Kombination von Algorithmen des maschinellen Lernens, der Programmanalyse und des Graph-Minings ermöglicht eine automatische Anpassung an die Eigenheiten von Software und damit die Identifikation von Sicherheitslücken von Diensten und Anwendungen im Netz.

Dritter Platz: SocialSec
Dr. Sebastian Pape von der Goethe-Universität Frankfurt und Dr. Kristian Beckers von der Technischen Universität München wurden für ihre Einreichung „SocialSec - A Serious Game on Social Engineering“ mit dem dritten Platz ausgezeichnet.
Mit SocialSec wurde ein Kartenspiel entwickelt, das jeden in die Lage versetzen soll, Trickbetrüger aus dem Internet zu erkennen und sich gegen diese zu wehren. Trotz einfacher Anwendbarkeit soll den Spielern die grundlegende Funktionsweise von Betrugsmaschen, insbesondere im Internet, verständlich gemacht werden. Spielspaß, theoretische Fundierung und Abwehr gegen Social Engineering werden in einer simplen Lösung zusammengebracht.

Über den Deutschen IT-Sicherheitspreis
Mit insgesamt 200.000 Euro zählt der Deutsche IT-Sicherheitspreis zu den höchst dotierten privat gestifteten Wirtschaftspreisen in Deutschland. Die Jury besteht aus anerkannten IT-Sicherheitsfachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft.
„Ich habe den Deutschen IT-Sicherheitspreis ins Leben gerufen, um die Ent¬wicklung marktrelevanter IT-Sicherheitsideen zu stärken und dadurch auch die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft. Das Preisgeld im Wert von insgesamt maximal 200.000 Euro soll möglichst viele Unternehmen und Hochschulen zur Teilnahme und zu neuen Projekten inspirieren“, erklärt Stifter Dr.-Ing. E.h. Horst Görtz.
Er gründete die gleichnamige Stiftung 1996 mit dem Ziel, Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre zu fördern. Einen besonderen Schwerpunkt legte er dabei schon immer auf die IT-Sicherheit.

In diesem Jahr richtete das Darmstädter Center for Research in Security and Privacy, kurz CRISP die festliche Verleihung aus.

Über CRISP
Die bisher vom Bund (EC SPRIDE) und dem Land Hessen (CASED) finanzierten IT-Sicherheits-Forschungszentren bündeln ihre Kräfte im „Center for Research in Security and Privacy", kurz CRISP.
Mit dem Kernthema "Security at Large" steht die Erforschung von Sicherheit für große Systeme, von den Komponenten bis zu ihrem Zusammenspiel in umfassenden Sicherheitslösungen, im Fokus der Forschungsaktivitäten.
Partner von CRISP sind die TU Darmstadt mit ihrem Profilbereich für IT-Sicherheitsforschung CYSEC, die Hochschule Darmstadt sowie die in Darmstadt angesiedelten Fraunhofer-Institute für Sichere Informationstechnologie SIT und für Graphische Datenverarbeitung IGD. Diese Partnerschaft weist die europaweit größte Allianz von Forschungseinrichtungen im Bereich Cybersicherheit auf.
CRISP wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Bilder der Preisträger stehen unter http://bit.ly/2dY2eA2 zum Download zur Verfügung.

CRISP | Mornewegstraße 32 | 64293 Darmstadt,
Cornelia Reitz | Tel.: 06151 16 27282 | Mail: pr@crisp-da.de | www.crisp-da.de

Weitere Informationen:

http://www.horst-goertz.de

Simone Eisenhuth | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert für weitere drei Jahre Forschungen zu Kieselalgen
22.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Effiziente Tools für bildgebende Studien
21.03.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Cybersicherheit für die Bahn von morgen

24.03.2017 | Informationstechnologie

Schnell und einfach: Edge Datacenter fürs Internet of Things

24.03.2017 | CeBIT 2017

Designer-Proteine falten DNA

24.03.2017 | Biowissenschaften Chemie