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An der Fachhochschule Gelsenkirchen wird Spar- und Umweltschutztechnik für Holzbrand-Öfen untersucht. Das Forschungsprojekt ermittelt den Effizienzgrad.
Andreas Bernhard (l.), Diplomand der Versorgungstechnik an der Fachhochschule Gelsenkirchen, misst zurzeit, wieviel Energieersparnis Zugbegrenzer bei Holzbrandöfen bringen können. Rechts: Prof. Dr. Rudolf Rawe. Foto: FHG/BL, Abdruck frei
Gelsenkirchen. Wo gesägt wird, fallen Späne. Und im Sägewerk fallen besonders viele Späne und Sägemehl an. Früher wurden diese schon mal benutzt, um den Dachboden feucht aufzuwischen, heute werden aus dem Sägemehl Presslinge produziert, die Pellets genannt werden und ein wenig wie Tiertrockenfutter aussehen. Zum Verfüttern sind sie natürlich nicht geeignet, dafür aber ganz hervorragend zum Verbrennen. "Vorteil der Holzpellets ist, das sie keinen Einfluss auf die Kohlendioxidbilanz der Erde nehmen, denn der Baum aus dem sie entstehen, hat genauso viel Kohlendioxid verbraucht, wie die Verbrennung später wieder frei setzt", erläutert Prof. Dr. Rudolf Rawe vom Fachbereich Versorgungs- und Entsorgungstechnik an der Fachhochschule Gelsenkirchen den energetischen Umwelthintergrund. Bei der Verbrennung fossiler Energiequellen wie etwa Steinkohle wird dagegen Kohlendioxid aus dem Erdaltertum frei, dass sich heute in der Erdatmosphäre anreichert und zu einer unerwünschten Erwärmung der Lufthülle führt.
Holz oder Reste aus der Holzverarbeitung zu verbrennen, kann also durchaus zu einem reinen Umweltgewissen führen. Verschwenden sollte man diese Energiequelle aber auch nicht. Zugbegrenzer am Schornstein von Holzöfen sorgen dafür, dass der Ofen nur so viel Luft zieht wie er für eine gute Verbrennung braucht. Jedes Mehr würde nur zum Verlust von Wärme führen: die Heizenergie geht zum Schornstein raus, der Fachmann nennt das "Abgasverlust". Dass Zugbegrenzer den Energieverlust mindern, gilt als sicher. Doch bisher wusste niemand, wie viel das beim Holzbrand ausmacht. Eine entsprechende Messung wie bei anderen Energiearten ist beim Holzbrand nämlich vom Bundesimmissionsschutzgesetz nicht vorgesehen. Die Firma Kutzner und Weber aus dem oberbayerischen Maisach, ein Anbieter solcher Drosselklappen, wollte es aber trotzdem wissen und hat Rawe und sein Team von der Schornsteintechnik beauftragt, wissenschaftlich zu messen, wie viel die Zugbegrenzer bringen. Nun sitzt Diplomand Andreas Bernhard in Gelsenkirchen vor einem Heizkessel für Holzbrand - in diesem Fall einer von Viessmann - und ermisst sich seinen Abschluss. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die mechanische Regelung den Abgasverlust in Abhängigkeit von Kesselauslastung und Schornsteinzug erheblich verringert. Das bedeutet eine Brennstoffeinsparung von drei bis zu neun Prozent, je nachdem, wie stark der Schornstein ohne Zugbegrenzer ziehen würde. Das wiederum freut nicht nur das Umweltgewissen, sondern auch das Portemonnaie des Heizers.
An Sägemehl besteht übrigens kein Mangel. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich fallen genügend große Mengen an, um die Nachfrage nach Holzpellets zu bedienen. Einkaufen kann man sie genau wie Kohle oder Erdöl beim örtlichen Brennstoffhändler. Der Preis für diese Art von Heizung ist mit den Kosten für Gas-, Öl- oder Kohleheizungen vergleichbar, mal ist die eine Art, mal die andere etwas preiswerter, "je nach Marktlage und Förderpolitik", so die Einschätzung von Labormitarbeiter Hermann Kuhrmann.
Nur einen einzigen möglichen Wunsch lässt der Holzpellet-Ofen offen: die Kaminoptik. Sobald man die Ofentür öffnet, geht das Feuer aus. Das ist aber dann zumindest sehr sicher.
Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Rudolf Rawe, Fachbereich Versorgungs- und Entsorgungstechnik der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (0209) 9596-306 oder 9596-315 (Dekanatssekretariat), Telefax (0209) 9596-308, E-Mail rudolf.rawe@fh-gelsenkirchen.de
Dr. Barbara Laaser | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
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