Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Geschwindigkeitsmessung von Hochdruck-Erdgasströmungen verbessert

01.11.2007
Das Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik der TU Dresden setzt erstmals einen neuen Laser-Doppler-Profilsensor für die Durchflussbestimmung von Erdgas ein.

Anzeige

In der Bundesrepublik Deutschland wird derzeit fast ein Viertel des Gesamtenergieverbrauchs durch die Verbrennung von Erdgas bereitgestellt. Über 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas gelangen dafür jährlich zu den Endkunden. Der genauen Messung des Durchflussvolumens kommt daher eine große volkswirtschaftliche Bedeutung zu: in der Menge an Erdgas bedeutet der vorliegende Messfehler von ca. 0,2 Prozent bereits eine finanzielle Schwankung von über 100 Mio. Euro pro Jahr.


Wissenschaftler der TU Dresden haben jetzt einen berührungslosen Lasersensor zur Patentreife gebracht, der Hochdruckerdgasströme hochpräzise vermisst. Mithilfe eines systematischen Vergleiches der Doppler-Frequenzverschiebungen von vier verschiedenen grünen Laserstrahlen messen sie dafür die Geschwindigkeit von unter einem Mikrometer großen Streuteilchen, die dem Erdgas über eine Einspritzdüse zugegeben werden und dann mit dem Erdgasstrom an der Messapparatur vorbeiflitzen. Die Messauflösung ist durch die verwendete Methode über eine Größenordnung höher als bei konventionellen Laser-Doppler-Sensoren.

Die Geschichte der Geschwindigkeitsmessung mithilfe von Laserstrahlen begann 1964, vier Jahre nach Erfindung des Lasers, ihre Genauigkeit schien bald darauf ausgereizt zu sein. Eine neue Messtechnik - der Laser-Doppler-Geschwindigkeitsprofilsensor - erlaubt es jedoch seit einigen Jahren, Positionen von Streuteilchen mit Mikrometerauflösung zu bestimmen; damit eröffneten sich ganz neue Perspektiven für die Laser-Doppler-Messtechnik.

Beim Aufbau der neuen Messanordnung zum nationalen Durchflussnormal an einem Hochdruckrohr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) galten allerhöchste Sicherheitsstandards. Wegen der Explosionsgefahr werden die Laserstrahlen dort über 25 m lange Lichtleiter (Glasfasern) zum Messplatz geführt; und auch der optoelektronische Detektor, der das aufgefangene Laserstreulicht wieder in Photostrom umwandelt, darf nur in dieser Entfernung betrieben werden, da elektrische Geräte in der Nähe der Erdgasleitung zu vermeiden sind.

Im Rahmen eines Unterauftrages der PTB haben die Dresdner Wissenschaftler Anfang August Durchflussmessungen an dem neuen Prüfstand bei der E.on-Ruhrgas AG in Dorsten durchgeführt. Durch ein Glasfenster von 4 cm Dicke bestimmten sie die Geschwindigkeit des Erdgasflusses bei einem Druck von 50 bar hinter einer speziell geformten Düse. Mit einer weiteren Optimierung hoffen sie, die angestrebte Messunsicherheit von 0,1 Prozent für die Durchflussbestimmung von Hochdruckerdgas mit optischen Verfahren erreichen zu können.

Weitere Informationen: Prof. Dr.-Ing. Jürgen Czarske, Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik, Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik, Tel. 0351 463-34803, Czarske@iee.et.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.tu-dresden.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht „All4Green“ – Rechnen, wenn der Wind bläst
24.05.2012 | Universität Mannheim

nachricht Komplexität beherrschen
23.05.2012 | Siemens AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp