Energie & Elektrotechnik

Müll als Energielieferant – Ökostrom aus Frittierfett

Der Berliner Entsorger Alba AG verarbeitet beispielsweise in seiner Verwertungsanlage im Stadtteil Pankow 60 Prozent der jährlich anfallenden 160.000 Tonnen Müll zu Ersatzbrennstoffen. Der Müll wird in einer großen Heißluft-Trommel getrocknet, zu kleinen Teilchen gemahlen und von nicht brennbaren, recyclebaren Elementen getrennt. Schließlich wird er zu Brennstoff-Pellets gepresst, die das Unternehmen unter anderem an Kraftwerke verkauft. Siemens liefert die Software und die Messtechnik zur Koordinierung des riesigen Maschinenparks.

Ein weiteres System zur Energiegewinnung namens Sipaper Reject Power von Siemens Industrial Solutions and Services (I&S) kommt in einer Recycling-Karton-Fabrik im österreichischen Hirschwang zum Einsatz. Nicht recyclingfähige, aber brennbare Reststoffe mit relativ hohem Feuchtegehalt können mit dieser Brenntechnik aus Schleuderradbeschickung und Rostbefeuerung sofort verbrannt werden. Der erzeugte Dampf wird über eine Turbine in elektrische Energie umgewandelt. Ein Rauchgasreiniger senkt derweil die Emissionswerte unter die gesetzlich vorgeschriebenen Werte.

Ebenfalls in Österreich steht ein von I&S und dem Energie-Dienstleister Wirkungsgrad Energieservice GmbH errichtetes Blockheizkraftwerk. Der Clou: Das Kraftwerk in Dornbirn-Stöcken verwandelt altes Brat- und Frittenfett sowie Altspeiseöle in Strom und Wärme. Insgesamt werden drei riesige Achtzylinder-Schwerölmotoren und Generatoren mit einer Gesamtleistung von viereinhalb Megawatt mit dem Öl betrieben. Weil die Brennstoffe pflanzlicher Natur sind, entsteht hier Ökostrom pur. (IN 2007.06.6)



Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar