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Das Ergebnis der detaillierten Energieberatung wird den Osnabrücker Peter Kiesewetter überraschen: Nicht die oberste Geschossdecke entpuppte sich als die größte Energieschleuder, sondern die Außenwände. Laut Gutachten gehen über die Haut seines Gebäudes über 40 Prozent der Heizenergie verloren.
30 Prozent Wärme verpuffen über die alten Fenster und zehn über das Dach. Im Rahmen der Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatte Handwerksmeister Ralf Oeverhaus bei Kiesewetter schon einen ersten Energie-Check durchgeführt. Wie die meisten älteren Häuser, die vor 1980 gebaut wurden, ist auch seine Immobilie sanierungsbedürftig – das zeigte der kostenlose Überblick. Jetzt kam DBU-Projektleiter und Energieberater Martin Fellbaum zum Lehrer Kiesewetter, um ihm ein detaillierteres Gutachten mit möglichen Maßnahmen und ersten Kostenabschätzungen zusammenzustellen.
Noch verbrauchen private Haushalte mehr als die Industrie
Schritt für Schritt zum sanierten Haus: Mit der auf fünf Jahre angelegten bundesweiten Kampagne will die DBU in Zusammenarbeit mit dem Handwerk mehr Hausbesitzer motivieren, ihre Immobilien energetisch zu sanieren. „Schließlich sparen modernisierte Häuser Energie und schonen das Klima“, betonte Fellbaum. Zur Zeit verbrauchten private Haushalte in Deutschland noch mehr Energie als die Industrie. Fellbaum: „Das muss sich ändern.“ Die Kampagne weist Hausbesitzern einen Weg durch das komplexe Thema: Nach dem kostenlosen Energie-Check, den Handwerker durchführen, erhalten Hausbesitzer eine Broschüre und damit weitere Ansprechpartner an die Hand. Dann sollte nach Meinung des Projektteams ein detailliertes Gutachten erstellt werden. Damit könnten Eigentümer zinsgünstige Darlehen etwa bei der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Ein Energiegutachten helfe aber auch, das große Ganze im Auge zu behalten: „Wer etwa seine Fenster austauscht, ohne sich die Außendämmung anzuschauen, zahlt im Zweifel doppelt“, wusste Fellbaum.
„Begeisterter Energiesparer" verdient schon mit Solarstrom
Peter Kiesewetter kennt sich schon gut mit Sanierungsmöglichkeiten aus: Im vergangenen Jahr hat sich der „begeisterter Energiesparer“ eine thermische Solaranlage als Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung auf das Dach montieren lassen. „Immer wenn ich jetzt unter der Dusche stehe, weiß ich: Das Wasser wurde von der Sonne erwärmt. Ein tolles Gefühl“, betonte Kiesewetter. Eine Photovoltaikanlage sorgt außerdem für Strom, den der Lehrer ins öffentliche Stromnetz einspeist. Eine Anzeige in seinem Wintergarten signalisiert ihm, wie viel Strom sie gerade liefert. „In den vergangenen zehn Monaten habe ich schon knapp 1000 Euro mit meinem Solarstrom eingenommen“, erklärte der Hausbesitzer mit einem Lächeln im Gesicht. Aber damit nicht genug. „Was nützt die beste Heizungsanlage, wenn doch zuviel Energie durch die schlechte Dämmung der Wände entweicht“, fragte Fellbaum.
Zehn Zentimeter Dämmung senken den Verbrauch um ein Viertel
Der Energieberater berechnete mögliche Varianten, um den Hauszustand weiter zu verbessern. Zur Zeit verbrauchen die drei Wohneinheiten auf 200 Quadratmetern im Jahr rund 32.000 Kilowattstunden Energie. Um die Außenwände besser zu dämmen, schlägt Fellbaum ein sogenanntes Wärmedämmverbundsystem vor, das eine Fachfirma auf dem Putz aufkleben könnte. Zehn Zentimeter zusätzliche Dämmung würden Kiesewetter helfen, 25 Prozent Energie einzusparen. Kostenpunkt: etwa 15.000 Euro. Würde der Lehrer außerdem alle Fenster mit einer Wärmeschutzverglasung versehen, könnte er schon 35 Prozent sparen und würde insgesamt etwa 32.000 Euro bezahlen. Da Kiesewetter selbst schon angefangen hat, seine Kellerdecke mit vier Zentimeter dicken Dämmplatten auszustatten, berechnete Fellbaum auch diese Einsparung: Insgesamt würde der Hausbesitzer dann knapp 38 Prozent weniger Energie verbrauchen und damit den aktuellen Neubaustandard unterschreiten. Für Kiesewetter ist klar: Sollte die Finanzierung der Maßnahmen möglich sein, will er weiter sanieren. „Ich bin sehr angetan von der Idee“, betonte er schon nach der Energieberatung. Auch das DBU-Projektteam bleibt am Ball und wird Peter Kiesewetter auf seinem Sanierungsweg weiter begleiten.
Franz-Georg Elpers | Quelle: DBU
Weitere Informationen: www.dbu.de
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