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Biohydrauliköl im Tunnelvortrieb

01.06.2005

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Bessere Betriebssicherheit und ein gutes Gewissen


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Biohydrauliköl Bioöl Rohstoff

Die WÜWA Bau GmbH & Co KG aus Schwabach bei Nürnberg betreibt ihre Tunnelvortriebsmaschinen neuerdings mit Biohydraulikölen aus nachwachsenden Rohstoffen. Die wasserfreundlichen Öle verschaffen nicht nur ein gutes Gewissen, sondern erhöhen auch die Betriebssicherheit. Bei Arbeiten in grundwassernahen Bereichen können nämlich kleine Leckagen und Ölverluste schwer abbaubarer Produkte den Stillstand des gesamten Baugeschehens bedeuten. Das ehrgeizige Umrüstungsprojekt wurde mit Mitteln aus dem Markteinführungsprogramm der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) unterstützt.

Die moderne Stadt ist von einem unterirdischen Netz von Ver- und Entsorgungskanälen und Datenübertragungswegen durchzogen. Ob Rohrvortrieb, Microtunnelling für Hausanschlüsse, Bohrungen oder Injektionen - bei diesen Arbeiten wird mit Hydraulikanlagen im Grundwasser oder in grundwassernahen Bereichen gearbeitet. Das Team um den Projektleiter Günter Schwenzl entschied sich deshalb, alle Maschinen auf biologisch schnell abbaubare Hydrauliköle aus nachwachsenden Rohstoffen umzurüsten. Die 14 Maschinen wurden mit insgesamt 16.000 Litern Bioöl befüllt.

Sind Aufwand und Nutzen gerechtfertigt? Günter Schwenzl zeigt sich überzeugt: "Allein schon von der Betriebssicherheit rechnet sich das Bioöl". Bei einer kürzlich aufgetretenen Leckage während eines Tiefbauprojektes genügte der Umweltbehörde das Bioöl-Datenblatt als Nachweis für dessen Unbedenklichkeit. Die Arbeiten konnten sofort und ohne Bauverzögerung fortgesetzt werden, Sanierungskosten fielen nicht an. Auch von der technischen Leistungsfähigkeit sind die Ingenieure überzeugt. Mit Bioöl haben Maschinen eine geringere Betriebstemperatur als mit Mineralöl und die Laufgeräusche der Pumpen sind leiser. Durch den Einsatz von Feinfiltern und regelmäßige Laborproben des Öls können die Standzeiten gegenüber herkömmlichem Mineralöl verdreifacht werden. Zudem machen mittlerweile viele kommunale Auftraggeber den Einsatz von Bioöl zur Bedingung für eine Auftragsvergabe.

Das Bauunternehmen WÜWA hat sich die richtigen Fragen gestellt. Stillstandzeiten der Maschinen oder eine Boden- und Grundwassersanierung im Havariefall kosten Unsummen, eine Minimierung der Risiken durch Bioölbetrieb hingegen fast nichts. Und eines liegt Günter Schwenzl neben allen betriebswirtschaftlichen Fragen besonders am Herzen: Ein gutes Gewissen bei der Arbeit!

Für die Umrüstung von Maschinen und Anlagen auf biogene Schmierstoffe und Hydraulikflüssigkeiten können bis Ende 2006 Fördermittel aus dem Markteinführungsprogramm "Nachwachsende Rohstoffe" bei der FNR beantragt werden. Antragsberechtigt sind private und gewerbliche Nutzer sowie kommunale Einrichtungen. Die Höhe des Zuschusses beträgt zum Beispiel für die Hydraulik mobiler Maschinen 2,50 Euro pro Liter und wird für das 2,5-fache des Systeminhalts gewährt.

Dr. Torsten Gabriel | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.bioschmierstoffe.info

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