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Der Schweizer Brennstoffzellenhersteller Sulzer Hexis erprobt den Betrieb von Brennstoffzellen, die mit Flüssiggas betrieben werden. Damit könnten künftig auch Verbraucher die Technologie nutzen, die in ländlichen Gebieten wohnen und keinen Zugang zu einem Erdgasanschluss haben. Sulzer Hexis hat mit dem Deutschen Verband Flüssiggas (DVFG) eine entsprechende Kooperation vereinbart, in der die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit eines solchen Systems ausgelotet werden soll.
In Deutschland gibt es derzeit rund 400.000 Haushalte, deren Heizungsanlagen mit Propangas aus Flüssiggastanks befeuert werden. Sie befinden sich meist in ländlichen Gebieten ohne Anschluss ans Erdgasnetz und werden durch Tankfahrzeuge mit dem Brennstoff versorgt. Demgegenüber gibt es in Deutschland rund 17 Millionen Wohnungen,
die mit Erdgas beheizt werden.
Die in Deutschland bisher installierten Brennstoffzellenanlagen zur Versorgung von Wohnhäusern mit Wärme und Strom laufen ausschließlich mit Erdgas. Dessen Hauptbestandteil ist Methan (CH4) – ein Gas, aus dem der für den Betrieb benötigte Wasserstoff entweder in einem externen Reformer oder intern in der Zelle selbst gewonnen werden kann. Prototypen zur Nutzung von Propan (C3H8) für die Hausversorgung gibt es dagegen bis auf eine Testanlage an der Universität in Duisburg noch nicht.
Der DVFG ist daher die Kooperation mit Sulzer Hexis eingegangen, um die technische Umsetzung und die Marktchancen flüssiggasbetriebener Brennstoffzellensysteme zu ermitteln. Nächster Schritt sollen Feldversuche unter Beteiligung des europäischen Verbandes für Flüssiggas sein. Erste Vorversuche bei Sulzer Hexis mit Flüssiggas seien bereits erfolgreich verlaufen, erklärt Susanne Riggenbach, im Unternehmen für Kommunikation zuständig. Für die Reformierung des Gases seien im Vergleich zu den Erdgassystemen wohl nur geringfügige Anpassungen notwendig. Neben Erdgas und Flüssiggas untersucht Sulzer Hexis auch die Nutzung anderer Brennstoffe wie Heizöl oder Biogas in Brennstoffzellen.
Mit ihren hohen Arbeitstemperaturen von mehr als 700 Grad Celsius eignen sich die eingesetzten SOFC-Anlagen besonders gut für den Betrieb mit alternativen Brennstoffen, da hier die Reformierung nicht in einem externen Reformer, sondern in der Zelle selbst stattfinden kann. Zudem wird die SOFC problemlos mit Kohlenmonoxid (CO) fertig, das in geringen Mengen im Brenngas vorkommt. Doch auch in den bei wesentlich niedrigeren Temperaturen von etwa 80 Grad Celsius arbeitenden PEM-Brennstoffzellen für die Haustechnik könnte Flüssiggas zum Einsatz kommen.
Interessant könnten flüssiggasbetriebene Brennstoffzellen nicht nur für Hausanlagen, sondern auch in mobilen Geräten zur Stromversorgung sein. Flüssiggas ist bereits eine wichtige Energiequelle in Wochenendhäusern, Wohnmobilen und bei Campern, und für Gasflaschen gibt es ein dichtes Händlernetz. Entwickler arbeiten bereits an propangasbetriebenen Kleinsystemen mit elektrischen Leistungen von bis zu 1 Kilowatt. Prototypen wurden jedoch bislang noch nicht vorgestellt.
Ulrich Dewald | Quelle: Initiative Brennstoffzelle
Weitere Informationen: www.initiative-brennstoffzelle.de
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