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Russland steigt in die Brennstoffzellenentwicklung ein

26.01.2004

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Auch Russland steigt in die Brennstoffzellenentwicklung ein: Nach den bescheidenen Anfängen in den sowjetischen Raumfahrtprojekten der 70er und 80er Jahre wollen russische Forschungsinstitute in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen nun die Wasserstofftechnologie vorantreiben und Brennstoffzellen für die Versorgung von Wohnhäusern und Fahrzeuge entwickeln.


Wie in den westlichen Ländern auch gehen die ersten praktischen Anwendungen von Brennstoffzellen im einstigen Sowjetreich auf die Raumfahrt zurück: In den 70er Jahren flogen mit den russischen Mondmissionen die ersten russischen Brennstoffzellen ins All. Ein Jahrzehnt später wurde das ebenfalls auf alkalischen Brennstoffzellen (AFC) basierende, 10 Kilowatt starke "Photon"-System entwickelt, das an Bord der russischen Raumfähre "Buran" eingesetzt wurde. Eine modifizierte Version trieb schließlich auch das erste russische Brennstoffzellenauto an, einen "Niva", der 2001 auf der Autoshow in Moskau präsentiert wurde.

Inzwischen gibt es jedoch auch die erste Festoxidbrennstoffzelle (SOFC) aus russischer Entwicklung und Produktion. Wissenschaftler des Instituts für Technische Physik in Snezhinsk haben bereits ein Testgerät eines solchen Systems in Betrieb genommen. Die Zelle leistet 1 Kilowatt und wurde in zehnjähriger Entwicklungszeit unter anderem im Auftrag des Ministeriums für Atomenergie in Moskau entworfen und gebaut. Nächstes Ziel ist der Bau einer 2,5 Kilowatt starken Anlage.

In nächster Zukunft soll auch mit der Entwicklung von Polymermembranbrennstoffzellen (PEM) begonnen werden. Das haben die Russische Akademie der Wissenschaften und das Bergbauunternehmen "Norilsk Nickel" in einer gemeinsamen Vereinbarung beschlossen. Jährlich sollen etwa 20 bis 40 Millionen US-Dollar an rund zwei Dutzend russische Forschungsinstitute fließen, in denen neben Brennstoffzellen auch der Aufbau einer Infrastruktur für Wasserstoff vorangetrieben werden soll. Als Vorteil wird dabei angesehen, dass Norilsk Nickel zu den größten Herstellern von Palladium gehört – ein Edelmetall, das als Katalysatormaterial in Brennstoffzellen eingesetzt werden kann.

Ulrich Dewald | Quelle: Initiative Brennstoffzelle
Weitere Informationen: www.initiative-brennstoffzelle.de/de/ibz/live/nachrichten/detail/108.html

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