Siemens-Technik lässt Wasser in der Wüste sprudeln
In den Wüstenstaaten am Persischen Golf steigt der Wasserverbrauch stetig an. So hat sich etwa die Einwohnerzahl der saudischen Hauptstadt Riad seit 1970 auf knapp 2,8 Millionen verfünffacht. Um den Bedarf am wichtigsten Rohstoff der Erde zu befriedigen, bauen die Vereinigten Arabischen Emirate derzeit eine 180 Kilometer lange Wasserleitung zwischen der Stadt Al Ain und einer Meerwasserentsalzungsanlage in Fujairah. Rund 455.000 Kubikmeter Süßwasser sollen ab dem Sommer 2003 täglich durch die Pipeline fließen. Ein Jahr später wird eine Leitung für Riad in Betrieb gehen, in der Grundwasser aus 170 Kilometern Entfernung herangepumpt werden soll.
Damit das kostbare Nass seinen Bestimmungsort auch ohne Probleme erreicht, installiert Siemens in den Emiraten ein System zur Steuerung der gesamten Pipeline. Eine Leitzentrale überwacht und regelt die Pumpstation, fünf Reservoirs sowie acht Schieberstationen. Die acht Pumpen der Anlage sind mit Vibrationssensoren ausgestattet, die ungewöhnliche Schwingungen sofort dem Personal melden. Techniker können defekte Bauteile so rasch austauschen, bevor es zu einem teuren Totalausfall kommt. Die Automatisierungs- und Kommunikationstechnik entlang der Anlage wird mit Solarstrom betrieben – eine teure und störungsanfällige Anbindung an das Stromnetz entfällt somit. Aufgrund der hohen Außentemperaturen müssen einige Gerätschaften gekühlt werden. Siemens setzt hier auf umweltfreundliche passive Kühltechnik, die die Temperatur mit Hilfe unterirdischer Wasserspeicher absenkt. Auf diese Weise braucht das System keine strom- und kostenintensive Klimaanlage. Neben den Komponenten entwickelt Siemens auch die Steuerungs-Software, überwacht die Montage und nimmt das System in Betrieb.




