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Schlaue Zäune können Wind und Wetter von Eindringlingen und Ausbrechern unterscheiden

17.07.2002

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Noch hängt der Test-Sensor mit einem Magneten am Versuchszaun. Wenn Prof. Friedhelm Adolfs (r.) und André Schwack fertig sind, wird in der späteren Verkaufsversion eine kleine, schwarze Box am Zaum die neue Technik bergen. Foto: FHG/BL


An der Fachhochschulabteilung Bocholt entsteht unter der Leitung von Prof. Friedhelm Adolfs ein Sensorsystem zur Zaunüberwachung. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit dem Bocholter Unternehmen Feldhaus-Uhlenbrock.

Zäune haben zwei Seiten. Und ihre Besitzer zwei Wünsche: Manchmal sollen Zäune verhindern, dass die, die drin sind, raus kommen, etwa bei Gefängnissen. Und manchmal sollen Unbefugte von draußen nicht rein kommen, etwa bei Bank-Rechenzentren oder Forschungslabors, die sich vor Industriespionage fürchten. Beiden Zwecken gerecht werden soll ein neues Sensorsystem für Zäune, das Prof. Friedhelm Adolfs vom Fachbereich Elektrotechnik der Fachhochschulabteilung Bocholt im Auftrag des Bocholter Sicherheitstechnik-Unternehmens Feldhaus-Uhlenbrock entwickelt. "Physikalisch gibt es viele Prinzipien, nach denen solche Sensorsysteme arbeiten können", erläutert der Professor für Steuerungs- und Regelungstechnik. Dazu gehören Überwachungsmelder, die mit Laserlicht arbeiten, mit Infrarotstrahlen oder mit Mikrowellen oder Systeme, die am Zaun auf Gewichtsbelastung reagieren, und Trittsysteme, die auf Druckveränderungen im Boden antworten. Doch all diese Systeme haben auch Nachteile: Optische Systeme etwa kämpfen mit Nebel und Schmutz, Bewegungsmelder können auf im Wind schwankende Bäume reagieren. Solche Beeinträchtigungen führen dann zu hohen Wartungskosten und äußern sich in Fehlalarmen, die der Betreiber natürlich am liebsten ganz ausschließen würde. Adolfs setzt technisch auf Schwingungssensoren, die sehr früh Erschütterungen des Zauns als Beschleunigung messen und an eine Leitstelle melden. Der dortige Computer muss dann heraus kriegen, ob die gemeldete Vibration von jemandem ausgelöst wurde, der versucht den Zaun zu übersteigen, oder ob die Vibration natürliche Ursachen hat. Mit umfangreichen Simulationen versuchen Adolfs und sein Mitarbeiter André Schwack, dem Auswertesystem dieses Wissen beizubringen. Bis Ende 2003 sollen Versuch und Verwirklichung dauern. Bis dahin wird das Projekt auch vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert, das auf diesem Weg die Entwicklung von Innovationen in kleinen und mittelständischen Unternehmen voran bringen will. Aber auch der Auftraggeber Feldhaus-Uhlenbrock ist nicht nur inhaltlich eng in das Projekt eingebunden, sondern zusätzlich finanziell. Beispielsweise haben sie den Testzaun auf dem Hochschulgelände errichtet. Und wenn dann in zwei Jahren ein neues Sicherheitssensorsystem auf den Markt kommt, haben alle etwas davon gehabt: Professor Adolfs, der Freude an der Erforschung von Sensoren hat, seine Studenten, wenn sie in Studium und Diplomarbeit Teilprojekte für den intelligenten Zaun untersuchen, und natürlich das Unternehmen Feldhaus-Uhlenbrock, das sich auf dem Weg der gemeinsamen Arbeit mit der Hochschule des Westmünsterlandes erhofft, der Konkurrenz zumindest eine Zeit lang eine Nasenlänge voraus zu sein. Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen: Prof. Friedhelm Adolfs, Bocholter Fachbereich Elektrotechnik der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (02871) 2155-812 oder 2155-802 (Dekanatssekretariat), Telefax (02871) 2155-800, E-Mail adolfs@bocholt.fh-gelsenkirchen.de

Dr. Barbara Laaser | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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