Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Biokraftstoffe: Zertifizierung wird konkret

08.02.2008
Internationale Pilotphase für nachhaltig produzierte Biokraftstoffe und Biomasse startet

Anzeige

Die Produktion von Biomasse und Biokraftstoffen muss nachhaltig erfolgen.


...mehr zu:
Biokraftstoff Rohstoff

Hierzu hat die Bundesregierung mit der Verabschiedung des Entwurfs der Biomasse-Nachhaltigkeits-Verordnung für Biokraftstoffe Regelungen zugestimmt, nach denen die steuerlich und ordnungsrechtliche Förderung der Biokraftstoffe an die Einhaltung von definierten Nachhaltigkeitskriterien gebunden werden soll.

Auch auf europäischer Ebene laufen entsprechende Aktivitäten. So strebt die EU-Kommission mit ihrem im Januar vorgelegten Vorschlag zu einer Erneuerbaren Energien-Richtlinie ebenfalls Regelungen zur nachhaltigen Produktion von Biokraftstoffen als Voraussetzung für eine Förderung und die Anrechnung auf EU-Biokraftstoffziele an.

Zum Nachweis der Einhaltung der rechtlich definierten Anforderungen dienen Zertifizierungssysteme. Die Entwicklung entsprechender Nachweissysteme ist jedoch außerordentlich komplex. Es gibt viele Studien zu Nachhaltigkeitsthemen, aber nur wenige Ansätze für eine konkrete Umsetzung in die Praxis.

Im letzten Jahr hatte das Kölner Unternehmen meó corporate development GmbH (meó) im Rahmen eines vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) geförderten Projektes einen Vorschlag für die Zertifizierung von Biokraftstoffen und Biomasse erarbeitet. Danach sollen Zertifikate die Einhaltung der Anforderungen an eine nachhaltige Produktion von insbesondere Biokraftstoffen und deren Rohstoffen nachweisen.

Das von meó in Zusammenarbeit mit diversen Unternehmen und Institutionen erarbeitete Konzept ist so weit entwickelt, dass jetzt die Praxis in einer zweijährigen Pilotphase zeigen soll, was wirklich funktioniert und was für einen Dauerbetrieb noch optimiert werden kann.

Neben der EU sind mit Argentinien, Brasilien, Indonesien und Malaysia auch wichtige Rohstoffproduzenten in den Praxistest eingebunden.

Das Projektmanagement liegt bei meó. Die Kölner haben Unternehmen aus Landwirtschaft, Handel, Biokraftstoffindustrie, Automobil- und Mineralölindustrie sowie Forschungs- und Umweltschutzeinrichtungen in das Projekt einbezogen. NGOs sollen intensiv an der konkreten Ausgestaltung des Zertifizierungssystems beteiligt werden.

Im Wesentlichen umfasst die mit BMELV-Mitteln geförderte Pilotphase sechs Aufgabenpakete:

· Auswahl einer geeigneten Zertifizierungsmethode für den Nachhaltigkeitsnachweis über die gesamten nationalen und internationalen Beschaffungsketten

· Nachweis der Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungsketten

· Etablierung von Verifizierungs- und Monitoringinstrumenten

· Entwicklung eines Metasystems zur Integration anderer Zertifizierungsansätze und -systeme

· Entwicklung und Operationalisierung von rohstoff- und regionenspezifischen Mindeststandards für die Zertifizierung

· Validierung des Zusammenspiels der verschiedenen Systemkomponenten.

"Das Projekt ist der zurzeit wohl am weitesten gediehene und konkreteste Ansatz zum Nachweis der Erfüllung von Nachhaltigkeitsanforderungen. Zugleich ist es sehr umfassend: Es bezieht nicht nur die meisten großen Anbau- und Handelsländer mit ein, sondern deckt mit Soja, Zuckerrohr, Ölpalmen, Mais, Raps, Weizen und Zuckerrüben auch alle wichtigen Rohstoffe ab," erklärt Andreas Schütte, Geschäftsführer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), die das Vorhaben als Projektträger des BMELV betreut.

"Wichtig ist aber," so Schütte weiter, "Nachhaltigkeitsanforderungen möglichst schnell vom Biokraftstoffbereich auf die gesamte Agrarrohstoffe verarbeitende Industrie zu übertragen. Sonst kommt es zu einer Verschiebung des Problems - Biokraftstoffe z.B. aus Pflanzenölen sind dann nachhaltig, dafür weicht die Produktion für den Lebensmittel- oder technischen Sektor auf Regenwaldflächen aus."

Die Hoffnungen, die auf dem Vorhaben ruhen, nämlich der gesicherte Nachweis der Einhaltung bestehender Nachhaltigkeitsanforderungen, sind groß.

Nicole Paul


Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V. fördert im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Forschung, Entwicklung und Markteinführung zu nachwachsenden Rohstoffen.

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte

Dr. Torsten Gabriel | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.fnr.de

Weitere Berichte zu: Biokraftstoff Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht „All4Green“ – Rechnen, wenn der Wind bläst
24.05.2012 | Universität Mannheim

nachricht Komplexität beherrschen
23.05.2012 | Siemens AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp