Bis vor einigen Jahren gab es keine weißen Leuchtdioden – nun überbieten sich die Hersteller in ihrer Leuchtkraft. Osram Opto Semiconductors hat jetzt eine weiße Leuchtdiode (LED) vorgestellt, die sieben Mal mehr Licht liefert als seine bisher stärkste am Markt erhältliche weiße LED, die Power-TOPLED. Die neue LED Golden Dragon gibt bei einem Watt elektrischer Leistung etwa 20 Lumen ab (Lumen ist die physikalische Einheit für den Lichtstrom und ein Maß für die Lichtleistung). Für die Lichtstärke spielt neben anderen Weiterentwicklungen bei Bauform und Chip auch die Größe eine Rolle: In den Prototypen der Golden Dragon werden Chips mit einer Kantenlänge von 900 bis 1000 Mikrometern eingesetzt, in der Power-TOPLED sind es nur etwa 290 Mikrometer. Mitte 2003 soll die neue LED auf den Markt kommen. Lichtdesignern steht dann mit der innovativen Punktlichtquelle ein neues Werkzeug für die Gestaltung von Räumen zur Verfügung. Auf Grund ihrer Leuchtkraft könnte sie als Modul sogar als Abblendlicht in Autos eingesetzt werden.
Für die optimale Funktion des Golden-Dragon-Herzstücks – einem Halbleiterchip, der elektrischen Strom direkt in Licht umwandelt – müssen Chipgröße, Gehäuse, Montagetechnik und Wärmeabfuhr genau aufeinander abgestimmt sein. Nur dann ist trotz der gestiegenen Leistungsdichte gesichert, dass die Verlustwärme des Chips abgeleitet wird – was eine stabile Helligkeit während der Lebensdauer garantiert. Und die ist bei den LED extrem lang: Bis zu 100.000 Stunden, das sind bei einer Brenndauer von zehn Stunden am Tag fast 30 Jahre. Zudem sind sie extrem robust, ihr Wirkungsgrad ist vier Mal so hoch wie der einer Glühlampe. In vielen Bereichen werden Leuchtdioden trotz ihres höheren Preises bereits eingesetzt: Ob als drittes Bremslicht in der Mitte der Heckscheibe, als Beleuchtung für Armaturen und Displays in elektronischen Geräten, etwa Handy, PDA, oder auch in Industriemaschinen und bei Haushaltsgeräten




