Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsprojekt MotorBrain: Präsentation der Prototypen bei ZF in Friedrichshafen

30.10.2014

Forschungsprojekt MotorBrain: Präsentation der Prototypen bei ZF in Friedrichshafen

Unter Leitung des Unternehmens Infineon forschten seit April 2011 im Projekt „MotorBrain“ 30 Partner aus 9 europäischen Ländern mit dem Ziel, die Reichweite und Sicherheit von Elektrofahrzeugen zu erhöhen, und gleichzeitig die Abhängigkeit von Asien (und den dort vorhandenen sog. Seltenen Erden) zu vermindern.


Abschlussveranstaltung in Friedrichshafen

Ein interdisziplinäres Team unter Beteiligung einer Forschungsgruppe um Prof. Dr.-Ing. Alfred Höß von der Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik (EMI) der OTH Amberg-Weiden repräsentierte alle für die Elektromobilität relevanten Entwicklungs- und Produktionsbereiche.

Dieses Team besteht aus Hochschulen, Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Industriepartnern entlang der Wertschöpfungskette: Halbleiterhersteller (Infineon, NXP, ST Microelectronics), Automobilzulieferfirmen (Siemens, AVL, ZF) bis hin zum Automobilhersteller VW.

In einer viertägigen Abschlussveranstaltung beim Unternehmen ZF in Friedrichshafen wurden nun die im Projekt MotorBrain entwickelten Demonstratoren aus dem Bereich der Elektromobilität einem Fachpublikum von der Europäischen Kommission sowie von Automobilherstellern präsentiert.

Zu den Demonstratoren gehört neben neuartigen Batteriesystemen, Batterieüberwachung und Sensoren für Drehmoment, Winkel und Stromstärke ein zukunftsweisender Prototyp eines Elektromotors mit einem Multiphasensystem mit 9 Phasen. Durch die Integration von Motor, Getriebe und Inverter sowie die Verwendung neu entwickelter Ferrit-Magnete konnte zum einen das Gewicht des Motors um rund 15 % von 90 kg auf 77 kg gesenkt werden.

Des Weiteren ist es gelungen, den „MotorBrain“-Prototyp ohne Seltene Erden zu bauen, die derzeit ein wesentlicher Kostentreiber für permanent erregte Motoren sind und ausschließlich über Asien zu beziehen sind. Der „MotorBrain“-Elektromotor setzt auf Ferrit-Magnete, die gut verfügbar und auch preiswerter sind. Die gegenüber Seltenen Erden schwächere Leistung der Ferrit-Magnete gleicht der speziell entwickelte Hochdrehzahl-Rotor des „MotorBrain“-Elektromotors aus.

Bei der Entwicklung des Motors wurde besondere Beachtung auf funktionelle Sicherheit gelegt, die gerade in Elektrofahrzeugen ein absolutes Muss darstellt. Dazu wurde die Motorsteuerung und das Battery Monitoring der Sensoren mit Sicherheitsdiagnosen und Kontrollmechanismen entsprechend der ISO 26262-Norm auf einer Multicore-Plattform entwickelt, die auf einem Inverter-Board direkt an den Motor verbaut wurde und an dessen Softwareentwicklung und Programmierung die OTH Amberg-Weiden im Rahmen des Projekts beteiligt war.

Unter Leitung durch Prof. Dr. Alfred Höß und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin M. Eng. Heike Lepke (Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik) definierte die OTH Amberg-Weiden zusammen mit den Projektpartnern unter anderem die Architektur der Hardware-Layer und die Kommunikation, Darstellung und Verarbeitung der Sensordaten auf einem Infineon AURIX, der speziell für Powertrain-Anwendungen entwickelt wurde.

„MotorBrain“ ist mit einem Finanzvolumen von rund 36 Millionen Euro eines der größeren europäischen Forschungsprojekte im Bereich der Elektromobilität. Finanziert wird das Projekt von der Wirtschaft und aus öffentlichen Mitteln sowohl des ENIAC Joint Undertaking (jetzt ECSEL) als auch des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Weitere Informationen: www.motorbrain.eu 

Dr. Wolfgang Weber | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie