Biowissenschaften Chemie

Die Untersuchung von Krankheitsbildern bei Putengeflügel

In Zuchtbetrieben für Putengeflügel wurde EU-weit eine alarmierend hohe Zahl spezifischer Erkrankungen des Bewegungsapparates festgestellt, während gleichzeitig die Nachfrage nach Putenfleisch steigt. Das von der Europäischen Kommission finanzierte TURKEY GAIT DISORDER-Projekt diente der Erfassung von Faktoren, die Erkrankungen des Bewegungsapparats auslösen, sowie deren Einfluss auf den Tierschutz in Verbindung mit den Methoden der Tierhaltung.

Die erforschte Erkrankung heißt Tibiale Dyschondroplasie und kann verschiedene Arten betreffen. Das unverhältnismäßig starke Auftreten bei Puten wird auch mit speziellen Auswahlprozessen und Bedingungen in der Tierhaltung in Zusammenhang gebracht. Die Projektpartner untersuchten den Einfluss der Tierhaltungsmethoden und welche Rolle dabei die Tibiale Dyschondroplasie spielt.

Das Roslin Institute als Projektpartner untersuchte den Auswahlprozess und dessen mögliche Auswirkungen auf den Gang und die Morphometrie des Skeletts. Häufig werden bestimmte Tiere mit einem speziellen Profil, besonders in Bezug auf ihr Höhenwachstum, für die Zucht ausgewählt. Die Forscher vom Roslin Institute nutzten die quantitative Gang-Analyse und Verfahren in Bezug auf die Morphometrie des Skeletts.

Die Ergebnisse der Studie belegten, dass die Auswahl nach dem verstärkten Wachstum deutliche Auswirkungen auf die Morphometrie des Skeletts und den Gang beim Wachstum der Puten hatte. Dennoch konnten keine Zusammenhänge zwischen diesen Veränderungen und negativen Aspekten hinsichtlich des Tierschutzes, wie dies aus Verhaltensstudien hervorgeht, hergestellt werden.

Diese Studien sind der erste Versuch zur Herstellung einer Verbindung zwischen speziellen Krankheitsbildern und den Bedingungen der Tierhaltung in Zuchtbetrieben für Putengeflügel. Weitere Ergebnisse aus diesem Bereich tragen wahrscheinlich zu einer verbesserten Tierhaltung bei, stärken den Schutz der Tiere und garantieren eine langfristige finanzielle Rentabilität dieses Sektors.



Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar