Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Die Biologie von Fischen verstehen - Fischfuttermittel verbessern

27.04.2005

Anzeige


Die Entwicklung neuer Futtermittel, die den gesteigerten Anforderungen in europäischen Fischzuchtanlagen gerecht werden, stellte für die Forscher eine einmalige Herausforderung dar. Deshalb richtete sich das FPPARS-Projekt darauf, die molekularen Prozesse hinter Fettablagerung und Fettabbau bei vier Fischarten zu skizzieren, die in der europäischen Aquakultur eine wichtige Rolle spielen.


Die vier am Projekt beteiligten Spezies sind Atlantiklachs, Wolfsbarsch, Goldbrasse und Scholle. Ausgangspunkt der Forschung war der Vergleich der metabolischen Pfade bei Fischen mit denen anderer Wirbeltiere. Das könnte zu Informationen über die spezielle Art und Weise führen, wie Fische die in ihrer Nahrung enthaltenen Fettsäuren verarbeiten, und darüber, wie diese Verarbeitung manipuliert werden kann.

Der Fettmetabolismus von Wirbeltieren (einschließlich Menschen) hängt größtenteils von einer Proteingruppe namens Peroxisome Proliferator-Activated Receptors (PPAR) ab. PPAR sind am Lipidkatabolismus und an der Triglyzeridakkumulation, den beiden Hauptvorgängen zur Regulierung des Fetthaushaltes, beteiligt. Die spezielle Funktion von PPAR liegt in der Aktivierung bestimmter Gene, was schließlich zur Bildung von am Fettsäurenmetabolismus beteiligten Proteinen führt.

Die Forschungsarbeit zeigte, dass sich die PPAR bei Fischen deutlich von ihren menschlichen Gegenstücken unterscheiden, was auf verschiedene Evolutionspfade und mögliche Funktionsunterschiede zwischen den PPAR des Menschen und denen niedererer Wirbeltiere schließen lässt. Es wurden zahlreiche spezifische, vorher nicht identifizierte Gene in der Goldbrasse und im Atlantiklachs bestimmt, von denen man annimmt, dass sie in die PPAR-Steuerung beider Fischarten fallen. Man untersuchte auch die Verbindungen zwischen PPAR-Funktion, spezifischer Gen-Aktivierung und Ernährungsstimuli. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass sich die Fettzusammensetzung der Fischnahrung bedeutend auf die PPAR-Expression und somit auf den Fetthaushalt auswirkt.

Dies liefert den ersten Beweis für eventuell starke Zusammenhänge zwischen der Nahrungszusammensetzung und dem Fettmetabolismus zahlreicher Fischarten, die in der europäischen Aquakulturindustrie eine wichtige Rolle spielen. Diese kürzlich erlangten Erkenntnisse bilden möglicherweise die Grundlage für weitere Untersuchungen zu den Auswirkungen einer Ernährungsumstellung auf die metabolischen Funktionen bei Fischen. Die neuen Informationen sind möglicherweise Teil der Bemühungen um neue Fischfuttermittel, die sich auf den Ertrag der Fischzucht auswirken und die europäische Aquakulturindustrie noch wettbewerbsfähiger gestalten könnten.

Dr. Grigorios Krey | Quelle: Cordis Technologie-Marktplatz
Weitere Informationen: www.fishri.gr/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ocean warming causes elephant seals to dive deeper
09.02.2012 | Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

nachricht How the zebra got its stripes
09.02.2012 | The Company of Biologists

Alle Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler machen Eisen durchsichtig


Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden

Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?

09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung

09.02.2012 | Studien Analysen

Ocean warming causes elephant seals to dive deeper

09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp