Max-Planck-Forscher zeigen, dass das jahreszeitlich frühe Brüten von Stadt-Amseln nicht nur umweltbedingt, sondern auch genetisch verursacht ist
Stadtvögel starten im Frühling früher mit Partnersuche und Brüten als ihre Artgenossen im Wald. Für das frühe Brüten von Stadtvögeln bieten sich zwei Erklärungen an: Zum einen könnten die Unterschiede auf den unterschiedlichen Umweltbedingungen beruhen, denen Stadt- und Waldvögel ausgesetzt sind; zum anderen könnten sie auch auf einer unterschiedlichen genetischen Ausstattung der beiden Populationen beruhen.
Jesko Partecke und Eberhard Gwinner vom Max-Planck Institut für Ornithologie in Andechs/Seewiesen und Thomas Vant Hof von der Wright State University/USA haben jetzt am Beispiel der Amsel nachgewiesen, dass nicht nur stadtspezifische Umwelteinflüsse, sondern auch genetische Unterschiede für das frühe Brüten der Stadtamsel verantwortlich sind. Die in die Stadt eingewanderten Vögel haben sich also auch durch mikroevolutionäre Prozesse an die besonderen Bedingungen der Stadt angepasst (Proc. R. Soc. Lond. B (2004) 271, 1995-2001, DOI 10.1098/rspb.2004.2821, 2004).




