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Durch neue Untersuchungen mit speziellen DNA-Markern (sogenannten AIMs), die dazu benutzt werden, die genetischen Unterschiede verschiedener Bevölkerungsgruppen zu identifizieren, haben Wissenschaftler der University of Queensland jetzt die Gen-Sequenzen gefunden, die bei Europäern für Unterschiede in der Augenfarbe verantwortlich sind.
Laut Dr. Rick Sturm vom Institute for Molecular Bioscience der University of Queensland kann man nicht länger davon ausgehen, dass ein einzelnes Gen für die Farbe unserer Augen verantwortlich ist. Es gibt zwar ein dominantes Gen (OAC2) für die Augenfarben blau oder braun, dies ist jedoch nicht der absolut bestimmende Faktor. Viele weitere Gene beeinflussen die Augenfarben, die in der europäischen Bevölkerung zu finden sind. Noch können die feinen Unterschiede und Farbabstufungen in der Augenfarbe nicht vollständig erklärt werden.
Die Augenfarbe wird durch die Verteilung und den Pigmentgehalt der Melanozyten im Auge festgelegt. Melanozyten sind spezialisierte Zellen, die Melanin produzieren, den Stoff, der für die Pigmentierung verantwortlich ist. Braune Augen haben die gleiche Anzahl von Melanozyten wie blaue, bei braunen Augen produzieren die Melanozyten jedoch mehr Melanin. Neugeborene haben blaue Augen, weil sie noch nicht so viel Melanin produzieren, das geschieht erst im Laufe des ersten Lebensjahrs.
"Die Genetik der Augenfarbe ist ähnlich wie die der Hautfarbe - dunkle Merkmale neigen dazu, gemeinsam aufzutreten, trotzdem gibt es ja auch Menschen mit blauen Augen und schwarzem Haar. Es gibt bei den Augenfarben ebenso viele Farbnuancen wie bei den Hautfarben. Da wir diese Eigenschaften aber oft auf entweder hell und dunkel oder blau und braun reduzieren, werden wir nicht allen Farbschattierungen, die in der Bevölkerung existieren gerecht", so Dr. Sturm.
Die Farben unserer Augen, Haare und Haut stehen miteinander in Zusammenhang, weil die gleichen Gene die Melaninproduktion in allen diesen Geweben beeinflussen. Allerdings haben einige Gene mehr Einfluss auf beispielsweise die Haarfarbe, während andere wiederum eher auf die Augenfarbe einwirken.
Eine zukünftige Anwendung der Forschungsergebnisse könnte in der Entwicklung einer neuen Methode liegen, welche die Bestimmung der Augenfarbe eines Täters über am Tatort gefundene DNA Spuren ermöglicht.
Weitere Informationen in englischer Sprache:
Russell Griggs (Institute for Molecular Bioscience)
E-mail: r.griggs@imb.uq.edu.au, Tel.: +61 7 3346 2134
Sabine Ranke-Heinemann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.imb.uq.edu.au
www.ranke-heinemann.de
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