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Bundesamt fördert Biotopverbund für Schlangen

09.08.2000

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Bonn/Merching, 9. August 2000: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert im Lechtal ein Biotopverbundprojekt für gefährdete heimische Eidechsen und Schlangen. Der Projektträger, der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL), will beispielhafte Methoden in die Praxis umsetzen und weiterentwickeln, um die mittlerweile stark isolierten Vorkommen der Reptilien über einen Biotopverbund wieder zu vernetzen.
Das Lechtal bietet mit seinem Mosaik aus Auwäldern, Feuchtgebieten und Heideflächen noch Lebensraum für viele gefährdete Reptilienarten. Doch auch hier wie im gesamten Bundesgebiet stellen Straßen, versiegelte Flächen und Aufforstungen kaum zu überwindende Hindernisse dar, die den Austausch zwischen den Populationen und die Ausbreitung von Jungtieren verhindern. Mit dem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E-Vorhaben) sollen Lösungsmöglichkeiten für dieses bundesweit relevante Problem erarbeitet werden, die auf weitere Gebiete in Deutschland übertragbar sind.
Das Projekt konzentriert sich auf vier bundesweit besonders gefährdete Reptilienarten: Kreuzotter und Schlingnatter werden nach der Roten Liste als "stark gefährdet", Ringelnatter und Zauneidechse als "gefährdet" eingestuft.
"Der Reptilienschutz ist im Vergleich zum populären Amphibienschutz eher eine Rarität", sagte der Präsident des BfN, Prof. Hartmut Vogtmann. Die Gesamtsituation der Reptilien habe sich im Vergleich zu 1984 sogar verschlechtert. Von den 14 heimischen Arten stehen elf Arten (79%) auf der Roten Liste. Lediglich die Waldeidechse und die Blindschleiche seien ungefährdet. "Mit dem Vorhaben wird nicht nur ein längst überfälliger Akzent für einen besseren Schutz dieser bundesweit am stärksten gefährdeten Wirbeltiergruppe gesetzt, sondern durch die vielfältigen Lebensraumansprüche der Leittierarten auch ein breites Spektrum an Lebensraumtypen abgedeckt, die zum Teil ebenfalls hochgradig gefährdet sind", so Vogtmann weiter.
Derzeit fördert das BfN sieben weitere E+E-Vorhaben zum Schutz besonders gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. So wird in Gießen ein Quartierverbund für gebäudebewohnende Fledermäuse aufgebaut, während es in den Mündungsgebieten von Oder und Elbe um den Erhalt und die Wiederansiedlung des dort nahezu ausgestorbenen Störs geht. An den Bundeswasserstraßen Elbe, Lahn und Mosel wird versucht, die Lebensräume der vom Aussterben bedrohten Würfelnatter zu erhalten bzw. durch Renaturierung wieder herzustellen.

Heike Sommer

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