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Limbale Stammzellen: Hornhaut kann wieder nachwachsen

03.07.2014

Tracermolekül ermöglicht Identifizierung entscheidender Zellen

Amerikanische Wissenschaftler haben ein neues Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, beim Menschen die Hornhaut des Auges erneut wachsen zu lassen.


Hornhaut: Stamzellen ermöglichen Nachwachsen (Foto: pixelio.de/Denise K)

Mit Hilfe von Tracermolekülen ist es gelungen, jene schwer zu findenden Zellen im Auge zu identifizieren, die eine Regeneration und Wiederherstellung ermöglichen.

Forscher der Massachusetts Eye and Ear Infirmary http://www.masseyeandear.org , Boston Children's Hospital http://www.childrenshospital.org , Brigham and Women's Hospital http://www.brighamandwomens.org und des VA Boston Healthcare System http://www.boston.va.gov transplantierten diese regenerative Stammzellen Mäusen und stellten so voll funktionsfähige Hornhäute her.

Das Team um Markus Frank schreibt in Nature http://www.nature.com , dass dieses Verfahren eines Tages helfen könnte, die Sehkraft von Patienten wiederherzustellen, die Verbrennungen oder Verletzungen durch Chemikalien erlitten haben.

Limbale Stammzellen (LSC) sind für ein gesundes Sehen von entscheidender Bedeutung. Diese Zellen dienen unter anderem dazu, die Hornhaut alle paar Wochen von Grund auf zu erneuern. Ohne diese Zellen würde die Hornhaut trübe und damit die Sehkraft eingeschränkt werden.

Limbale Stammzellen für Sehen entscheidend

Ein Ausfall dieser Zellen aufgrund einer Krankheit oder einer Schädigung durch eine Verletzung gehört weltweit zu den häufigsten Ursachen für eine Erblindung. Bis jetzt war es jedoch extrem schwierig, diese Zellen zu identifizieren. Sie befinden sich tief in einer Matrix anderer Strukturen im Limbus des Auges, also dem Bereich zwischen der Horn- und der Lederhaut des Auges.

Die Forscher haben jetzt mit ABCB5 ein entscheidendes Tracermolekül identifiziert, das natürlich auf der Oberfläche von limbalen Stammzellen vorkommt. ABCB5 ist bereits seit einiger Zeit aus anderen Bereichen des Körpers bekannt. Jetzt wurde es jedoch erstmals bei limbalen Stammzellen nachgewiesen. Damit wurde es möglich jene Zellen zu identifizieren, die sonst nur sehr schwer zu finden sind.

Menschliche Hornhäute im Labor hergestellt

Es ist den Wissenschaftlern gelungen, diese Zellen mit fluoreszierenden Markierungen zu versehen. Für die aktuelle Studie wurde dieses Verfahren eingesetzt, um die entscheidenden Zellen auf Hornhäuten von Spendern zu identifizieren. Nach der Transplantation in Mäuse, konnten diese Zellen voll funktionsfähige menschliche Hornhäute bilden.

Frank erklärte gegenüber der BBC, dass es gelungen ist, eine Population dieser Zellen zu identifizieren, die aus dem Gewebe von Spendern gewonnen werden kann. "Diese Zellen verfügen über eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Regeneration. Wir hoffen, diesen Forschungsansatz so weit weiterentwickeln zu können, dass er in der Medizin eingesetzt werden kann."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

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