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Blasenkrebs schneller erkennen

22.01.2016

Das IPHT wird innerhalb der nächsten fünf Jahre im Rahmen eines EU-Projekts ein neuartiges Endoskop für die schnelle Diagnose von Blasenkrebs erforschen. Dadurch kann der Mediziner während einer Routine-Untersuchung feststellen, ob und wie tief Krebsgewebe in die Blaseninnenwand vorgedrungen ist, ohne dabei Proben zu nehmen. Ziel ist eine verbesserte Behandlung des Patienten und eine Entlastung der Gesundheitssysteme.

Herzstück des neuartigen Endoskops ist eine optische Faser, die es erlaubt mehrere optische Methoden zu integrieren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am IPHT werden diese Faser für die Gewebeanalyse mittels Raman-Spektroskopie erforschen und entwickeln.


Raman-Sonde

IPHT Jena/S. Döring

Dabei erhält man anhand des vom Gewebe zurückgestreuten Lichts berührungslos und schnell molekulare und biochemische Informationen über die Zusammensetzung des Gewebes. Im Rahmen des Projekts sollen zwei weitere optische Methoden in die Faser integriert werden.

„Die Herausforderung für uns besteht darin, die drei optischen Methoden in das Endoskop zu integrieren und es dabei so klein zu gestalten, dass es sich für eine Routine-Untersuchung in der Klinik bzw. perspektivisch in der Arztpraxis eignet“, so Professor Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des IPHT. „Wenn wir das schaffen, wird es ein bahnbrechender Erfolg.“

Das Endoskop-Konzept lässt sich zukünftig auch auf andere Krebsarten wie Lungen- oder Prostatakrebs zur schnelleren und eindeutigeren Diagnose einsetzen.

Bislang kann Blasenkrebs nur mit Hilfe einer Blasenspiegelung und der invasiven Entnahme von Gewebeproben und deren histologischen Untersuchung im Labor diagnostiziert werden. Bis die Labor-Ergebnisse vorliegen und eine Therapie eingeleitet werden kann, vergehen oft mehrere Tage.

Das Projekt „Multi-modal, Endoscopic Biophotonic Imaging of Bladder Cancer for Point-of-Care Diagnosis“ (MIB) ist ein Zusammenschluss von neun europäischen Partnern und einem Fördervolumen von 6 Millionen Euro aus dem EU-Programm Horizon2020.

Neben wissenschaftlichen Einrichtungen gehören zwei Krankenhäuser, zwei Universitäten und vier kleine und mittlere Unternehmen – darunter auch die Firma Grintech aus Jena – zu den Projektpartnern.

Leibniz-Institut für Photonische Technologien
Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V. erforscht die wissenschaftlichen Grundlagen für photonische Verfahren und Systeme höchster Sensitivität, Effizienz und Auflösung. Gemäß dem Motto ‚Photonics for Life’ entwickeln Wissenschaftler daraus maßgeschneiderte Lösungen für Fragestellungen aus den Bereichen Lebens- und Umweltwissenschaften sowie Medizin.

Pressekontakt
Britta Opfer
Tel. +49 (0)3641 206 033
E-Mail: britta.opfer@leibniz-ipht.de

Weitere Informationen:

http://www.leibniz-ipht.de

Britta Opfer | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

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