Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Knöllchenbakterien auf dem Rückzug

19.09.2007
Wie Chemikalien die Stickstoffbindung beeinflussen

Anzeige

Die Gründüngung mit Nutzpflanzen aus der Familie der Leguminosen ist eine bewährte Methode zur natürlichen Bodenverbesserung. Leguminosen (z. B. Erbsen und Klee) binden Stickstoff aus der Luft und überführen ihn in für Pflanzen verwertbaren Ammoniak. Sie nutzen dazu Bakterien, so genannte Rhizobien.


...mehr zu:
Bakterien Leguminosen Stickstoff

Das Prinzip ist denkbar einfach: Die Bakterien siedeln sich im Wurzelwerk der Pflanzen an. Diese versorgen die Rhizobien mit Energie in Form von Kohlenhydraten und mit einer schützenden Hülle. Die Bakterien revanchieren sich mit Stickstoff. Eine solche für beide Seiten gedeihliche Zusammenarbeit nennt man Symbiose.

Seit etwa 25 Jahren wachsen die Leguminosen zunehmend schlechter und binden weniger Stickstoff. Einen Grund dafür haben kürzlich amerikanische Forscher entdeckt. Sie untersuchten die Wirkung mehrerer Pflanzen- und Holzschutzmittel , darunter DDT, auf die blaue Luzerne (Alfalfa). Wurden die Luzernepflanzen während der Keimphase mit diesen Chemikalien behandelt, so entwickelten sie weniger von Bakterien besiedelte Wurzelknöllchen.

Die Aktivität der Stickstoff bindenden Enzyme war geringer, die Pflanzen kümmerten. Der Grund: Alle getesteten Stoffe gehören zu den so genannten EDCs aus der Gruppe der Cabodiimide. Die EDCs blockieren bei Pflanzen die Stellen, an denen Phytohormone wirken würden. Für die Gründüngung sind die Folgen fatal. Jede Leguminosenart arbeitet nur mit einer einzigen Sorte Bakterien zusammen. Die Pflanzen locken "ihre" Mitarbeiter mit charakteristischen Phytohormonen an. Die untersuchten Chemikalien bewirken nun durch die Blockade, dass die hilfreichen Bakterien ihre Zielpflanzen nicht mehr finden können. Ohne die Unterstützung der Symbionten aber kommt es bei Luzerne zu Ertragseinbußen von bis zu einem Drittel.

Obwohl einige der getesteten Substanzen weltweit nur noch begrenzt eingesetzt werden, findet man sie immer noch in wirksamen Konzentrationen in den Ackerböden. Daher wird derzeit untersucht, wie stark die Auswirkung der "chemischen Hormone" auf die natürliche Stickstoffbindung im Freiland tatsächlich ist. Die Wissenschaftler empfehlen, Pflanzenschutzmittel vor ihrem Einsatz gezielt darauf zu testen, ob sie die Stickstoffbindung in der Gründüngung behindern.

Dr. Margit Ritzka | Quelle: aid infodienst
Weitere Informationen: www.aid.de

Weitere Berichte zu: Bakterien Leguminosen Stickstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Zurück in die Steppe - Hochleistungsgräser für Pferde nicht immer geeignet
08.02.2012 | Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V.

nachricht Genomanalysen machen Zuchterfolge vorhersehbar
08.02.2012 | Pflanzenforschung.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Im Focus: Bronze-Matrjoschka: hocheffiziente Katalysatoren und Nanoröhrchen mit ungewöhnlicher Symmetrie


Eine Puppe in der Puppe und noch eine drumherum – so erklärt Thomas Fässler seine Moleküle: Er packt ein Atom in einem Käfig in noch ein weiteres Atomgerüst.

Mit ihrer großen Oberfläche könnten solche Strukturen als hocheffiziente Katalysatoren dienen. Wie bei dem russischen Holzspielzeug sitzt ganz innen drin ein einzelnes kleines Zinnatom, eingepackt in eine Hülle aus zwölf Kupferatomen, und diese ist nochmals umgeben von weiteren 20 Zinnatomen.

In der Arbeitsgruppe von Professor Fässler am Institut für Anorganische ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Zwerggalaxie hat großen Hunger

08.02.2012 | Physik Astronomie

Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

Obstacles No Barrier to Higher Speeds for Worms

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

»Jede Sekunde zählt« Erster Internationaler Kongress zu Rettungsdienstsystemen in Neu Delhi

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Bauwerke gebrauchstauglich halten

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft im Dialog-Veranstaltungen im Wissenschaftsjahr 2012

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp