Ist staerkereicher Silomais unterbewertet? Dieser Frage ging das Institut fuer Tierernaehrung der Universitaet Hohenheim nach. Bisher wird die Energiekonzentration bei Silomais mit Hilfe der Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) anhand getrockneter Gruenmaisproben ermittelt, wobei angenommen wird, dass die Werte auch fuer Silomais gelten. Wichtigster Faktor fuer die Energiekonzentration ist eine hohe Enzymloeslichkeit der organischen Substanz (ELOS), also eine gute Gesamtverdaulichkeit. Die Gesamtverdaulichkeit der wichtigsten Maissorten basiert allerdings auf unterschiedlichen Grundlagen. Es gibt Sorten mit hoher Rohfaser-/Restpflanzenverdaulichkeit und Sorten mit hohem Staerkegehalt. In der Praxis wurden mit staerkereichen Maissorten hoehere Zunahmen in der Mast und hoehere Milchleistungen erzielt. Das sollte in einem Fuetterungsversuch nachvollzogen werden. Verglichen wurden eine staerkearme und eine staerkereiche Maissorte, die unter denselben Bedingungen angebaut und siliert wurden. Der Staerkegehalt lag bei 26,6 bzw. 31,6 Prozent in der Trockenmasse. Die Verdaulichkeit der organischen Masse war bei der staerkereichen Sorte um etwa zwei Prozent hoeher, waehrend die Verdaulichkeit der Fraktionen Rohfett und Rohfaser kaum Unterschiede aufwiesen. Im Fuetterungsversuch mit Hammeln zeigte sich bei der verdaulichen Energie ein Vorsprung bei der staerkereichen Sorte von etwa 0,3 MJ oder 2,3 Prozent, bei der umsetzbaren Energie von 0,4 MJ oder 3,5 Prozent gegenueber der staerkearmen Sorte. Der Koerperenergieansatz in Form von Fett und Protein lag um 15,7 Prozent ueber der Vergleichsgruppe mit staerkearmer Variante. Die staerkereiche Sorte hatte also eine Ueberlegenheit im Energiewert, der sich aus den Werten mittels NIRS-Verfahren nicht zeigt. Es muss nun geklaert werden, ob die heutigen Bewertungsverfahren den modernen staerkereichen Silomaissorten gerecht werden. Dem Landwirt empfehlen die Hohenheimer Wissenschaftler bereits jetzt zumindest in der Mast staerkereiche Sorten einzusetzen.




